John Carpenter ist, ohne Frage, einer der Meisterregisseure in Sachen Horror. Sein "Halloween" ist weltberühmt und erschreckte die Menschheit ordentlich, genauso wie seine Geniestreiche "The Fog" oder auch "Das Ding aus einer anderen Welt". Doch wie so ziemlich jeder Horror-Regisseur, wollte auch Carpenter in seiner Karriere mal was anderes machen, als immer nur Horror, Grusel, Gänsehaut. Und somit wandte er sich mit "Big Trouble in little China" der Action-Fantasy-Klamotte zu. Leider war dieser Ausflug allerdings in gewaltiger Schuss in den Ofen.
"Big Trouble in little China" ist leider nur ein sehr konfuser, langweiliger und unlustiger Genre-Beitrag. Schon die Story mag irgendwie nicht so recht gefallen. Zwar mag man beim schnellen Überfliegen der Inhaltsangabe noch einen interessanten Film erwarten können, doch legt sich dieses Interesse schon nach spätestens 5 Minuten. Das Skript von Gary Goldman & David Z. Weinstein ist leider an viel zu vielen Ecken unausgegoren und wirkt eher wie ein leider gescheiterter Versuch, Jokes mit Fantasy und knalliger Action zu verbinden. Charaktertiefe bleibt dabei auf der Strecke, genauso wie wenigstens eine gewisse Logik oder interessante Ideen. Man hat als Zuschauer eher das Gefühl, das hier alles gezwungen zusammen geschustert wurde, ohne das die Macher dabei die Story im Auge behalten haben. Schade eigentlich!
Gut, wäre die konfuse Story das einzig negative Detail, dann könnte man damit vielleicht noch leben. Doch wie schon erwähnt, funktioniert halt leider auch der Rest nicht so ganz, wie man es sich wünschen würde. Die Witze sind z. Bsp. allesamt auf plattestem Niveau, die hauptsächlich aus den blöden Sprüchen der Hauptfigur Jack Burton hervorgehen. Mag sein, dass die deutsche Synchro hier auch einen Teil zum Misslingen der Dialog-Gefechte beigesteuert hat, aber ich persönlich konnte, über größtenteils recht abgegriffen wirkenden Jokes, nicht ein einziges Mal wirklich lachen. Kleinere Schmunzeleien waren zwar durchaus drin, aber mehr eben nicht.
Und auch die Action ist größtenteils sehr lahmarschig ausgefallen. Hier und da ein paar Ballereien, ab und an ne kleinere Prügelei ohne Sinn und Verstand und das wars dann auch schon. Packende und knackige Action darf man hier wirklich gar nicht erwarten, eher Action auf unterem B-Niveau, die man von Carpenter so schwach sicher nicht erwartet hätte. Dazu noch ein paar miese Spezial Effekte, die das ganze Treiben fast schon in Trash-Regionen treibt. Schaurig!
Nur zwei Details können überzeugen. Zum einen ist das wieder einmal der Score, der von Carpenter wieder gewohnt minimalistisch ausgefallen ist, dafür aber um so mehr zu überzeugen weiß. Carpenter hat es einfach drauf, aus maximal 5 unterschiedlichen Klängen beste Score-Qualitäten zu zaubern.
Zum anderen können auch die Darsteller gefallen. Kurt Russell ist in seiner ungewohnt komischen Rolle zwar überhaupt nicht komisch, was aber nicht an ihm sondern am Skript liegt. Er selbst legt wieder einmal eine wunderbare Performance ab, die aus seiner flachen Figur wohl noch das Beste heraus holt. Dazu eine noch recht junge Kim Cattrall, ebenfalls in bester Spiellaune, sowie einige unbekannte Gesichter, die aber allesamt auch ganz gut gefallen mögen. Na immerhin etwas.
Fazit: Carpenters Ausflug in den klamottigen Action-Mystery-Bereich scheitert leider an einem miesen Skript, flacher Action, dümmlichen Dialogen, trashigen SFX und Jokes, die einem leider zu keinem Zeitpunkt einen großen Lacher entlocken können. Wäre da nicht der tolle Score und die guten Darstellerleistungen, dann hätte "Big Trouble in little China" eigentlich keinerlei Schauwert. So hat er wenigstens einen Kleinen. Dennoch, für einen Carpenter-Film ist dieser Streifen ein echtes Ärgernis!
Wertung: 3,5/10 Punkte