Review

John Carpenter, der Meister des Horrors, hat erstaunlicherweise nicht nur Horrorfilme gedreht. 1986 drehte er einen Actionfilm, der etwas anderen Art und ich kann sogar jetzt noch nicht ganz klar sagen, was ich von diesem Film mit dem Namen "Big Trouble in Little China" halten soll. Zunächst muss ich sagen, dass ich zuvor einen völlig anderen Film erwartet habe. Ich habe mich auf einen reinen Actionfilm mit Kurt Russel eingestellt mit leichten Abenteuer-Ansätzen wie aus "Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil". Doch was ich zu sehen bekam, war ein Film, der nur sehr schwer in ein Genre einzugliedern ist. Es ist eine Mischung aus Action, Fantasy, Martial Arts, ein bisschen Horror und viel viel Trash. Ja es ist wirklich so, es ist überwiegend der absolute Trash, der hier die Überhand hat. In dem Film macht einfach gar nichts Sinn und man pfeift auf sämtliche logischen Erklärungen. Stattdessen bekommen wir zu sehen, wie Kurt Russel von ein paar elektrisierenden und explodierenden Asiaten einen auf den Deckel bekommt und nie wirklich dabei eine gute Figur macht. Ja es ist wirklich kurios, aber Kurt Russel ist in diesem Streifen ein absoluter Trottel, der so schlechte Sprüche ablässt, dass man darüber schon wieder lachen kann. Kurt Russel wird also von Super-Asiaten (mit Power Rangers Effekten) vermöbelt während sein asiatischer Sidekick (gespielt von Dennis Dun) sämtliche Mega-Asiaten vermöbeln darf und dabei wild in der Luft rum wirbelt. Achja und dann haben wir da noch einen Bösewicht, dem es mal wieder nach der ewigen Jugend durstet. Ich mein ok der Film ist von 1986 und scheinbar waren damals diese "Ich will ewig jung bleiben" Schurken noch nicht so in Mode, aber dennoch ist dieser Bösewicht irgendwie seltsam. Besonders der "Endkampf" gegen ihn ist derart kurz gestrickt und fast schon peinlich inszeniert, dass man sich wirklich fragt, wozu jetzt so ein Aufwand betrieben wurde. Die Abschluss-Szene ist eigentlich ein typischer Carpenter-Abschluss, allerdings haben diese wenigen Horror-Elemente überhaupt nicht in den Film gepasst. Sowieso passt hier eigentlich gar nichts und gerade aus diesem Grund habe ich mich irgendwie gut unterhalten gefühlt. Der Film bringt Sachen die überhaupt nicht ins Konzept passen, wir bekommen völlig sinnlose Szenen und absolut überflüssige Dialoge geboten. Aber das macht der Film bewusst. Er pfeift auf jeglichen Erklärungsbedarf oder auf sämtliche Logik. John Carpenter tobt sich hier einfach nur total aus und zeigt uns viel Martial Arts und viele viele Asiaten die an einer offensichtlichen Schnur hängen und immer wieder durch die Luft wirbeln und sich nur 1x kurz in der Luft treffen. Solche Szenen werden dann immer wieder und wieder wiederholt, bis es dann endlich zu dem peinlichen, aber absolut amüsanten Showdown mit dem "Endboss" kommt.
"Big Trouble in Little China" ist Trash wie er mir gefällt. Zwar ist der Film aus dem heutigen Standpunkt aus betrachtet längst überholt und auch ein wenig eingerostet, kann aber zumindest noch immer diesen herrlichen 80er Trash übermitteln, wie es schon "They Live" eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Aus diesem Grund sollten auch wirklich nur Nostalgie-Fans, Kurt Russel Fans und Fans von Edel-Trash sich diesen Film angucken. Filmfans die heutzutage schon viel zu sehr verwöhnt von CG & Co sind, werden sicherlich bei diesem Film in den Schockzustand geraten.


Fazit : Kurt Russel in einer ungewöhnlich tollpatschigen Rolle. Die Effekte sind etwas in die Jahre gekommen und erinnern heute eher an Power Rangers und die Story macht von Vorne bis Hinten überhaupt keinen Sinn. Wer sich genau an sowas erfreuen kann wird hier bestens unterhalten. Ich hatte jedenfalls eine Menge Spaß auch wenn es inzwischen noch witzigeren Trash gibt.


7,5/10

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