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Mein Name ist Burton, Jack Burton...


Ich liebe sie, oh ja, es waren die besten, sowas wirds nie wieder geben!

Von was ich hier spreche, sind die glorreichen 80er Jahre. Sei es im Musikbusiness oder im Filmgeschäft: die Eighties brachten viel Gold hervor, unvergessen, unvergleichbar, unerreicht und poppig bunt.

Auch Filmemacher John Carpenter erkannte dies und nutzte sein Potential, um einen seiner für mich besten Filme abzudrehen. Damit wich er seinem sonst treu gebliebenen Genre, dem des Horrors, aus und fabrizierte eine knallbunte, fast schon unausgegorene Mischung aus Fantasy, Action, Abenteuer und Comedy. Der Erfolg gab ihm allerdings nicht so Recht: schlappe 11 Millionen Dollar spielte "Big Trouble in Little China" 1986 weltweit ein. Im Vergleich dazu sein ebenso im selben Jahr entstandene Pendant "Auf der Suche nach dem goldenen Kind", haute imerhin 80 Millionen raus. Nach Zahlen sollte man sich allerdings nicht richten, sondern nach dem Inhalt; und der hat es in sich:

Jack Burton, Truckfahrer mit grosser Klappe gerät dummerweise in einen Kampf zwischen zwei verfeindeten Asiagangs. Damit nicht genug, die Verlobte von Burtons Freund Wang Chi wurde von David Lo Pan, einem chinesischen Grossindustriellen entführt. Zusammen mit Magier Egg Shen und einer Anwältin suchen sie die Entführte, um sie aus den Händen des Gauners zu befreien, der düstere Ziele verfolgt; Lo Pan ist ein uralter Hexer, der das Blut einer grünäugigen Jungfrau braucht, um wieder Leben zu erhalten. Doch der Weg zur Befreiung ist steinig und führt geradewegs durch die Unterwelt Chinatowns, wo auf die Befreiertruppen eine Menge Gegner in Form von Karatekämpfern, Fabelwesen und Monster warten.

Horrorguru Carpenter, der besonders durch Klassiker wie "Halloween" und "The Fog" auffiel und durch seinen eigenen Stil Berühmtheit erlangte, somit seinen ganz eigenen Fankreis erreichte, wagte sich mit "BTiLC" auf neues Terrain und verwurstete wild mehrere Genreansätze miteinander. Das wirkt auf anspruchsvollere Gemüter zwar albern und chaotisch, aber Mr. Horrormaster holte das beste aus dem Drehbuch heraus und verknüpfte alles zusammen zu einer trashig-kultigen Genremixklamotte.

Dabei setzt er auf seine Stammbesetzung Kurt Russell und Victor Wong und andere B-Vertreter. Wie von Carpenter gewohnt, komponierte er den Score eigenständig und übernahm einige Funktionen im Film selber. Das Multitalent steuerte seinen eigen gesungenen Song zusammen mit Nick Castle (Michael Myers) und Tommy Lee Wallace (Halloween 3) als Band namens "The Coupe the Villes", der als Ohrwurm haften bleibt.

Kein Auge bleibt trocken, wenn Jack Burton seinen arroganten Charakter verspielt und schlussendlich tollpatschig versagt. Der Kultfilm ist ein Augenschmaus; nimmt keine Verschnaufpause, wandert von Komödie zu Action, pflegt Fantasyelemente mit ein, bietet viele Schauwerte; gut designte Monster und furiose Kampfeinlagen bishin zu dummen Onelinern. Ein Gruss an Steven Spielberg und "Indiana Jones". Zwar spielt der Regisseur mit allbekannten Klischees, wie den typisch anmutenden Bösewichtasiaten, aber das sollte das pompös ausgestattete Filmvergnügen nicht schmälern, ist "Big Trouble in Little China" doch mehr wie ein Kinoflop, sondern unterschätztes, augenzwinkerndes, bombastisch zitierendes Action-Special Effects durchzogenes Popcorngewitter, das die gradlinige, eindimensionale Story vergessen lässt. Saugeiles 80er Jahre Kultkino eben!


Ist die FSK:16 Freigabe gerechtfertigt? Ja, nach wie vor halte ich diese Freigabe für würdig; es gibt reichlich Gewalt zu bestaunen, es wird erschossen, erstochen und erschlagen.Kein Film für KINDER eben!!!

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