Sogar James Bond einen Schritt voraus?
Tom Cruise ist genauso wie sein filmisches Agentenpendant Ethan Hunt einfach nicht alt oder gar tot zu kriegen - und das ist auch gut so! Denn welcher Actionheld der alten Hollywoodriege ist heutzutage noch so cool, junggeblieben, sympathisch & selbstbewusst in einem? Und wer macht sogar die verrücktesten Stunts noch selbst? Und wer ist bei jedem Interview, Pressetermin oder Autogrammstunde immer unglaublich gut aufgelegt, professionell & nett? Genau, da gibt es nicht viele & da verzeihe ich ihm auch ein paar private Ausrutscher & seltsame Ansichten!
Im schon fünften Teil des Mission: Impossible-Franchises, genannt Rogue Nation, bekommt es Ethan Hunt nicht nur mit dem "Syndikat" samt teuflisch genialem Anführer zu tun, das IMF wird auch aufgelöst & vom CIA quer durch die Weltgeschichte gejagt. Alles gespickt mit Anspielungen auf reale Anschläge, Organisationen, Terroristen usw. Eine Mischung aus Taken 3 & Stirb Langsam 3, nur besser als sich das anhört. Wir haben über die Jahre gesehen, wie immer wieder neue, begnadete, unterschiedliche Regisseure ihre M:i-Ableger zauberten, jeder mit seinen Stärken & seinem Stil, jeder von ihnen auf seine Weise sehenswert. Und Rogue Nation macht da keine Ausnahme, ist die Weiterführung des schon guten "Jack Reachers" des gleichen Regisseurs & eine vollwertige unmögliche Mission. Der beste Teil, wie es von vielen Seiten tönt, sicher nicht, aber teilweise eine mitreißende Mischung aus realistischem Agentenfilm & dann wieder unrealistischem Actionkracher. Die Balance wird aber gut gehalten & der Film verliert sich nie ganz oder nimmt sich selbst samt Genre zu sehr auf den Arm. Auch wenn unsere Helden unzerstörbarer als je zuvor wirken. Cool & nur selten zu wirr, waren auch die vielen Wendungen & Double Crosses, vor allem um die weibliche Mal-Gegnerin-Mal-Verbündete. Und einige M:i-Insider gab es auch zu vermelden, eine Premiere in der Serie!
Die Actionszenen sind atemberaubend, die Verfolgungsjagden spektakulär & das Tempo extrem hoch. Wie üblich gibt es exotische Schauplätze, schöne Frauen & einen überdurchschnittlich guten Bösewicht, der sehr klassisch & fies daher kommt, fast wie eine guter Die Hard-Bösewicht gemixt mit James Bond. Die Szenen unter Wasser & zu Beginn am Flugzeug sind Highlights, die man so schnell nicht vergisst, auch wenn es manchmal rüber kommt, wie ein kleines Hightlight-Schaulaufen oder eingeschobene Show-Hatz. Emotionen & liebenswerte Charaktere kommen aber dazwischen noch gut zur Geltung, der Teamaspekt steht wie immer im Fokus. Lustig & sympathisch ist vor allem Simon Pegg, der als Benji dieses Mal einen weit größten Auftritt erhält, verdient & wohltuend! Bemerkenswert finde ich, dass M:i selbst James Bond mal wieder in vielen Schritten voraus ist - mit seinem eigenen Spectre/Syndicate. Das ändert aber nichts daran, dass "Rogue Nation" weder an "Ghost Progocol" noch an "Skyfall" wirklich kratzen kann & nicht wirklich von den allzu hohen Erwartungen profitiert. Gut, sehenswert, fortführungswert - aber sicher nicht der Messias in Sachen Espionage!
Fazit: mehr als solide Agentenhatz, die fast alle ähnlichen Filme alt aussehen lässt, sich für mich innerhalb der Reihe aber nur im Mittelfeld platziert. Trotzdem ist Mission: Impossible qualitativ wahrscheinlich nun endgültig die durchgängig/durchschnittlich beste Agenten-Filmserie aller Zeiten!