Review

Fünfter Film, fünfter Regisseur. Soweit zur Beständigkeit, alles andere wird diesmal aber anders. Zum einen haben wir das erste Mal ein Team, das mehr als einen Film überdauert, so dass sie quasi zu einer Ersatzfamilie für Ethan Hunt werden. Zum anderen bekommen wir endlich eine Figur in den MI-Kosmos integriert, die absolut ebenbürtig zu Ethan Hunt angesehen werden: Ilsa Faust - gespielt von Rebecca Ferguson und geschrieben und inszeniert von McQuarrie. Und um eines vorweg zu nehmen: Diese Frau ist der absolute Hammer und der eigentliche Grund diesen Film zu sehen. Und zwar ist es nicht unbedingt das Optische, was hervorsticht, sondern die Art und Weise, wie sie geschrieben ist: Eine knallharte Frau, die sich in einer absoluten Männerdomäne einerseits durchsetzen kann, dabei aber immer weiblich bleibt, und bis zum Finale einen gewissen Abgrund andeutet, so dass nie sicher ist, ob sie tatsächlich auf Ethans Seite sein wird oder nicht. So überspielt sie locker flockig den eigentlichen Bösewicht, der irgendwie nie richtig zündet, obwohl er als erster richtiger Bösewicht der Reihe angesehen werden kann, der es mit einem grotesk übersteigerten Bond-Bösewicht aufnehmen könnte.

McQuarrie dreht einen extrem souveränen MI-Film, setzt Cruise perfekt in Szene, und läßt ihn auch mal öfter auf die Fresse fallen, nur um Ilsa Faust umso prägnanter ins Geschehen zu integrieren. Der Film selbst ist der lockerste seit dem zweiten Teil, was aber nicht unbedingt böse gemeint ist, denn er hat zwar einen ernsten Hintergrund, aber er ist verspielt und clever in Szene gesetzt. Im Prinzip kann man sagen, dass hier zum ersten Mal, die Formel der Ethan Hunt Filme perfektioniert und um die Ebene Ilsa Faust bereichert wurde.

Ein wieder einmal guter Eintrag der Reihe: 8 Punkte

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