Review

Das der größte Teil der Slasher meist nach Schema F verlaufen, dürfte kein Geheimnis sein. Das Genre um den irren Serienkiller, der meist vorzüglich Teenies abschlachtet, hat nahezu immer den gleichen Handlungsverlauf, nur immer mit einer anderen Alibi-Story. Daher kommt es meistens auch auf die Umsetzung an, ob ein Slasher am Ende gut ist oder nicht. Etwas Anderes, Neuartiges im Slasher-Genre wollte Koreas Regisseur Park Jong-Won mit "Paradiese Villa" erschaffen, denn er drehte seinen Hochhaus-Schlitzer in Echtzeit. Leider hapert es dabei aber derart an der Umsetzung, das trotz der innovativen Idee nur ein müdes Filmchen übrig bleibt.

Storymäßig gibt es, wie gerade erwähnt, mal nicht so das ganz Typische zu erblicken. In einem Hochhaus lebt eine illustre Schar von unterschiedlichsten Personen, die es während eines Fußball-Länderspieles plötzlich mit einer Mordwelle zu tun bekommen. Ein mysteriöser Mann sucht einen Kerl namens "Viagra", der ihm bei einem Online-Spiel ein paar Waffen geklaut haben soll. Nun schnetzelt er sich durch die Bewohner, bis er seine Zielperson gefunden hat. Und alles geschieht in Echtzeit... Ja, Storymäßig muss man wirklich mal die Innovationen und Ideen loben, die den Drehbuchschreibern hier eingefallen sind, um nicht wieder einen ganz und gar typischen Slasher abzuliefern. Schon das Motiv des Killers ist recht schräg und die Idee mit dem Hochhaus und des Echtzeitablaufs hat auch durchaus seine Reize. Leider aber fehlt es sonst an allen Ecken und Enden.

Denn unterm Strich ist "Paradiese Villa" dennoch nur ein erschreckend müder Vertreter geworden, trotz des "anders sein". Das liegt zum einen daran, dass der Film keinerlei Tempo vorweisen kann. Die Einführung der vielen unterschiedlichen Hausbewohner ist, gelinde gesagt, zu tiefst langweilig ausgefallen. Es wird sich viel zu viel Zeit genommen, um die ganzen Charaktere vorzustellen, ohne das man danach aber wirklich etwas mit ihnen anfangen kann. Der Versuch den Figuren Tiefe zu verleihen scheitert kläglich und langweilt den Zuschauer eher zu Tode.

Und wenn sich der Killer dann endlich im Haus breit macht, kommt auch keinerlei Spannung oder Atmosphäre auf. Nicht nur das der Bodycount verschwinden gering ausgefallen ist, so wurden die Szenen auch allesamt schlampig aufgearbeitet und völlig spannungsfrei in Szene gesetzt. Vor allem das komplette Fehlen der Filmmusik schmerzt spürbar. Wo in manch anderen Streifen dieser Art, ein knackiger Score für mitunter wirklich gute Schocks gut sein kann, so gibt es hier wirklich nichts zu hören und dementsprechend lasch fallen somit die Mordszenen aus, die maximal durch ihren Blutgehalt gefallen können. Ansonsten bringt einem die träge Inszenierung eher zum einschlummern, als zum Zittern.

Zudem scheitert auch der Versuch, den Film mit Witz und Sex zu würzen. Es wird viel gepoppt in diesem Hochhaus, doch wirklich zu sehen bekommt man dennoch nichts. Dazu haarsträubende Dialoge und einige Jokes der ganz abgegriffenen Sorte, die aber auch wirklich keinerlei Schmunzler erzeugen können. Eher lassen sie das Geschehen unfreiwillig lächerlich erscheinen, als irgendwie komisch.

Und auch der Reiz der Echtzeit wird in keinster Weise ausgeschöpft. Überschneidungen unterschiedlicher Ereignisse gibt es nicht. Momente in denen man sich fragt was gerade anderswo passiert, sind ebenfalls nicht vorhanden. Spannung durch Zeitnot, Fehlanzeige! Im Prinzip hätte man sich diese nette Idee vollkommen sparen können, wenn man sie so unbefriedigend umsetzt, wie hier.

Die Darsteller sind die Einzigen, die da noch ein wenig verbrannte Erde gut machen können, da sie allesamt recht annehmbar ihre Rollen rüberbringen. Zwar alles in allem nichts Besonderes, aber man kann mit ihnen zufrieden sein.

Fazit: Eine innovative Idee aufs trefflichste verhunzt. Mag der Gedanke eines Slashers in Echtzeit auch noch so reizvoll sein, so ist die Umsetzung des Ganzen so derart lasch und lahmarschig ausgefallen, dass man trotzdem keinerlei Freude daran finden kann. Zu schmerzhaft vermisst man Tempo, einen gewissen Spannungsaufbau und vor allem die Filmmusik, auf die wirklich komplett verzichtet wurde. Dazu dusselige Jokes und schnarchiges Rumgepoppe. Da nutzt auch die Sache mit der Echtzeit nicht viel, da auch sie komplett in den Sand gesetzt wurde. Schade, schade, kann man da nur sagen!

Wertung: 3,5/10 Punkte

Details
Ähnliche Filme