Review

Ein See gegen eine Schlange? Womöglich treten demnächst Frösche gegen Schindlers Liste an, doch immerhin werden die bis dato jeweils vier Teile der Serien mit dem fünften vereinigt.
Viel Geld wurde natürlich nicht investiert, gedreht wurde in Bulgarien, doch das Regiedebüt von A.B. Stone kommt nichtsdestotrotz mit einem flotten Erzähltempo und einigen zynischen Einlagen daher.

Während ein Team von Wissenschaftlern mit mutierten Zellen an Krokodilen experimentiert, brechen die Reptilien aus und machen das Gebiet um den Badesee Clear Lake unsicher. Hier befindet sich Beth mit ihrer Schwesternschaft, während ihr Dad (Entenwächter, vielleicht sogar Ranger) mit dem örtlichen Sheriff Reba (Yancy Butler) versucht, gegen die mutierten Viecher, zu denen sich auch bald Anakondas gesellen anzukämpfen...

SyFy und The Asylum sind zwar nicht von der Partie und doch ist das Niveau des Tierhorrorstreifens mit selbigen vergleichbar. Diverse parallel ablaufende Handlungsstränge sorgen für Tempo, verschiedene Schauwerte entstehen eher durch Stock Footage, die Viecher sind im Detail schwach (Krokodile) bis passabel (Schlangen) in Szene gesetzt und mit der Story gehen zahlreiche Genreklischees einher. Etwa, der nörgelnde Bürgermeister, welcher auf die bevorstehenden Wahlen hinweist, die bodenständige Studentin, die sich natürlich von den übrigen Bitches abhebt und nicht zuletzt der tölpelige Deputy und der mit zahlreichen Prothesen ausgestattete Einheimische (Robert Englund) als eigentlich unnützer Touristenführer.

Leider geben die Gewalteinlagen nicht viel her, da die meisten Übergriffe im Off stattfinden und die CGI im Verlauf nicht mehr als einen blutigen Schädel ausspucken. Zwar landen zahlreiche Opfer zwischen den Kauleisten der Echsen und eine Handvoll wird von Anakondas zu Tode gequetscht, jedoch fehlte wahrscheinlich die Kohle für explizite Darstellungen.
Demgegenüber explodiert allerdings ein Truck, ein Auto wird in den Würgegriff genommen und es wird relativ viel nackte Haut junger Damen präsentiert.

Dank des latent hohen Tempos werden bizarre Aktionen und irrationale Verhaltensweisen nicht näher hinterfragt und einige sarkastische Momente zünden mithilfe einer gut gelaunten Yancy Butler und eines routiniert aufspielenden Englund. Überhaupt performen die meisten Mimen okay, - einige nervige Figuren verlangen allerdings nach einem zeitnahen Auftritt der tierischen Bedrohung.

Das Aufeinandertreffen von Krokodilen und Schlangen hätte natürlich spektakulärer ausfallen dürfen, etwaige Backgrounds verkommen zu einem Brei aus nicht näher erklärter Gentechnologie und schlichtem Survival-Thriller, doch ein gewisser Charme ist der Melange im Endeffekt nicht abzusprechen.
Unterhält Genrefans mittelprächtig auf dem Niveau, wie man es von Billigschmieden erwartet: Viel Trash, ein Quäntchen Spannung, mehrheitlich billige Effekte, manche Mimen im Rausch des Overactings und eine zumindest taugliche Synchro.
Beileibe kein Genrehighlight, doch beim Zappen könnte man vielleicht hängen bleiben.
5,5 von 10

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