kurz angerissen*
Dem niederträchtigen, zwanghaften Verhalten einer Gruppe degenerierter Hinterwäldler nähert sich Anders Thomas Jensen in trostlosen Bildern, die einem wortlosen Drama gut zu Gesicht stünden – und erzeugt mit diesen Mitteln irritierenderweise eine bizarre Art von schwarzem Humor. Das rund um Genetik angelegte Thema ist eigentlich zu sehr Science Fiction für den Regisseur von Filmen wie „Dänische Delikatessen“ und „Adams Äpfel“, was sich ein ums andere Mal auch negativ bemerkbar macht; seltsame Bauernhoftiermutationen, die durch das Bild laufen, wirken wie Fremdkörper in einer angepeilten Charakterstudie.
Auf der anderen Seite werkeln angesehene Darsteller wie Mads Mikkelsen, David Dencik oder Nicolaj Lie Kaas an äußerst prägnanten Figuren, teils durch die Maske äußerlich verändert, und sorgen mit ihrer Figurenanlage für einen hässlichen, fast schon als widerlich zu bezeichnenden Grundton des Filmes.
Von Arthaus kann man da insofern sprechen, als dass das breite Publikum von Ekelpassagen und asozialem Verhalten der Agierenden generell ferngehalten wird, indes jedoch das Feingeistige der typischen Arthaus-Vertreter fehlt. Das sorgt auch dafür, dass eventuelle Tiefe vorgegaukelt erscheinen mag und „Men & Chicken“ im Ganzen letztlich unheimlich schwer zu bewerten ist. Konsens in Bezug auf seine Klasse besteht jedenfalls im Gegensatz zu früheren Filmen des Regisseurs nicht; einen sehr eigenen Ansehwert besitzt er aber doch.
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