Review

Autor und Regisseur Ted Geoghegan sichtete offenbar sämtliche Klassiker des Spukhausfilms und schafft es, seinem ersten Langfilm einen Hauch Retro einzuhauchen, was optisch an einige Perlen der 70er und 80er erinnert. Die Geschichte und die Charaktere können diesbezüglich nicht ansatzweise mithalten.

Anne (Barbara Crampton) und Paul (Andrew Sensenig) ziehen nach dem Unfalltod ihres Sohnes in ein einsam gelegenes Landhaus nach Neuengland. Anne wähnt Bobbys Geist auch im Haus zu spüren und der alte Nachbar erzählt von unheimlichen Vorkommnissen in dem angeblich verfluchten Haus. Als ein befreundetes Paar zu Besuch kommt und eine Seance abgehalten wird, bricht das Böse endgültig aus...

Nach wenigen Minuten sind kaum Worte zwischen Paul und Anne gefallen und es wird andeutungsweise vom Trauma gesprochen, doch für eine Charakterisierung fällt das reichlich mau aus, was auch die übrigen Figuren (unter anderem Larry Fessenden) betrifft.
Immerhin schüren sämtliche Personen außerhalb der Familie Misstrauen, denn offenbar weiß jeder über die düstere Vergangenheit des Gebäudes Bescheid.

Dennoch geschieht lange Zeit nichts, außer dass ein Foto mit Rahmen umkippt, der Keller ungewöhnliche Temperaturen aufweist, woraufhin ein Elektriker bizarre Verletzungen erleidet. Zwar ist die triste Farbgebung stimmig, das Winterwetter unterstreicht die isolierte Grundstimmung, doch in Sachen Spuk kommt das Treiben kaum über dämonische Erscheinungen und merkwürdigen Geräusche hinaus.

Da vermag selbst die versierte Kamera nicht kaschieren, wie ereignislos die Geschichte vor sich hin dümpelt und erst gegen Ende härtere Geschütze in Sachen Gewaltdarstellung aufgefahren werden. Die handgemachten Effekte können überzeugen, während das Blut im Off ordentlich spritzt. Darstellerisch wird brauchbares Niveau geliefert, sonderlich motiviert erscheint jedoch niemand.

So kommt denn "We are still here" trotz sichtlicher Bemühungen einer Hommage reichlich uninspiriert daher, es mangelt an Überraschungen und atmosphärischer Dichte, die wenigen Spukeinlagen fallen höchst ideenlos aus und auch die Auflösung überrascht nicht sonderlich.
Die fast schon gemächliche Erzählweise stört nicht, - dass sich während selbiger jedoch kaum etwas ereignet schon.
4 von 10

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