Nach dem tragischen Tod ihres Sohnes ziehen die Endvierziger Paul (Andrew Sensenig) und Anne Sacchetti (Barbara Crampton, Re-Animator) in ein einsam gelegenes Haus auf dem Land, um ihr Leben neu zu gestalten. Schon bald bekommen sie in der Einöde Besuch vom dominant auftretenden Nachbarn und dessen Frau, der gleich mit der Tür ins Haus fällt und recht unmißverständlich darauf hinweist, daß mit dem Haus etwas nicht stimmen könnte. Zum Abschied bekommt Anne noch heimlich ein Zettelchen von der Nachbarin überreicht, auf dem die handgeschriebenen Worte "Dieses Haus braucht eine Familie - haut ab!" zu lesen sind. In der Tat scheint irgendetwas mit dem Keller nicht in Ordnung zu sein, da dort eine unerklärlich große Hitze herrscht, und der bestellte Installateur wird dann auch der Erste, der Bekanntschaft mit den dort hausenden Geistern macht, allerdings mit schweren Verbrennungen davonkommt. Da Anne selbst Schwingungen ihres verstorbenen Sohnes wahrzunehmen glaubt, hat sie kurzerhand ein befreundetes Pärchen eingeladen, das sich mit spirituellen Dingen auskennt, außerdem ist ein weiteres, junges Pärchen auf dem Weg zum Haus, in dem sich die Kellergeister schon anschicken, wie alle 30 Jahre üblich wahllos Leute zu verhackstücken...
Regisseur Ted Geoghegan orientiert sich mit seinem ruhigen Aufbau der in den Siebzigern angesiedelten Geschichte klar an diversen Horror-Vorbildern aus jenen Jahren, versäumt es dann jedoch, eine irgendwie nachvollziehbare Geschichte aufzuziehen. Lange Zeit bleibt vollkommen unklar, wieso die Geister zuschlagen, wen sie bevorzugen und inwiefern die dörfliche Gemeinschaft involviert ist. Immer wieder nähern sich einzelne Protagonisten, durch Geräusche angelockt, der Kellertür und werden dann unten zerrissen, meist unbemerkt von den anderen. Der verletzte Installateur taucht nie wieder auf, und den stringenten Wunsch, zu erkunden, was da im Keller passiert sein könnte, äußert auch niemand. Als auch das junge Pärchen auf diese Weise dezimiert wird, gelingt dem Mädel immerhin gerade noch die Flucht aus dem Spukhaus und sie türmt mit quietschenden Reifen - als sie schon eine Strecke gefahren ist, wird sie von einem der Geister dennoch am Fahrersitz tranchiert. Äußerst unüblich, daß an einen bestimmten Ort gebundene Geister im Auto mitfahren, aber was soll's. Später erschießt der inzwischen mit einem Gewehr herumlaufende dominante Nachbar ohne Grund und ohne Erklärung die neue Bedienung in der einzigen Kneipe des Dorfs, aber zu diesem Zeitpunkt wundert man sich ohnehin schon über nichts mehr.
Bezüglich der dargestellten Dämonen: Erst im Grande Finale sieht man die bis dahin eher als Schatten wahrnehmbaren Geister auch mal in der Totalen: CGI-verbrannte Zombies mit komplett weißen Pupillen, die Leute durch Treppen raspeln oder unter den Küchentisch ziehen, um sie als roten Staub durch die Heizungsklappe im Keller zu blasen, stets begleitet von computer-generierten hellen Funken. Dieses Finale besteht dann aus einer überzogenen, immerhin teilweise handgemachten Splatterorgie, bei der das Blut wie aus dem Gartenschlauch an die Wände spritzt und den mangels jeglicher Spannung fast eingeschlafenen Zuschauer somit zumindest wieder wachrüttelt. Erstaunlich teilnahmslos dabei das neu zugezogene Ehepaar, besonders die horror-erfahrene Barbara Crampton ist (über den ganzen Film gesehen) nahezu komplett verschenkt, wenigstens schafft sie es zum Schluß, eine handvoll Messer in einem Hals zu platzieren, ansonsten geht sie völlig unter. Von den Darstellern hervorzuheben ist allenfalls der nerdige Freund des Mediums (Larry Fessenden als Jacob Lewis), der aber durch seine vorwitzige Art schnell von den Kellergeistern verfrühstückt wird.
Was das Ganze storytechnisch darstellen soll, mag man sich aus einigen Sätzen zum Schluß plus weitgehenden eigenen Vermutungen vielleicht halbwegs zusammenreimen, bleibt aber insgesamt trotzdem unlogisch. Fazit: We are still here beginnt ganz ordentlich, um sich dann schnell in eine wirre Story zu verfransen, der man kaum mehr folgen kann und die auch nicht wirklich aufgelöst wird. Ein Film, genauso beliebig wie sein Subtitel Haus des Grauens. Keine Empfehlung, denn da gäbe es dutzende nur mittelprächtige Haunted-House-Streifen, die das Thema deutlich besser abhandeln. 2,6 Punkte.