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Nicht viele deutsche Schauspieler konnten in den USA Erfolge feiern und auch die großen Rollen von Jürgen Prochnow und Senta Berger halten sich in Grenzen.
Doch der deutsche Regisseur Michael Verhoeven, der mit Letztgenannter seit ewigen Zeiten verheiratet ist, versuchte den internationalen Markt mit einem englischsprachigen Titel anzuvisieren, was gründlich daneben ging.

Korda (Prochnow) arbeitet seit einiger Zeit für den Konzern BAG, um den Prototyp eines elektrochemischen Autos fertig zu stellen. Doch auch arabische und amerikanische Investoren zeigen Interesse und plötzlich steht Korda mittendrin, als der Prototyp gestohlen wird…

Leider führt der zweideutige Titel völlig in die Irre, denn weder töten Autos, noch werden Fahrzeuge reduziert, allenfalls von den Berliner Punks, die, weil es gerade so in ist, gegen die zunehmend verstopften Straßen demonstrieren und nachts Frontscheiben demolieren, später auch komplette Fahrzeuge anzünden.
Doch die Umweltkritik geht reichlich in die Hose, denn ein eindeutiges Statement wird letztlich nicht abgegeben. Einerseits sucht man nach Alternativen für benzinbetriebene Fahrzeuge, dann verlagert sich das Interesse in Atompolitik und Weltraumforschung und am Ende weiß keiner mehr, für welche Ideale er eigentlich einsteht.

Ebenso mangelt es an durchdachten Figurenzeichnungen. Prochnow gibt den Mechaniker in gewohnt kaltschnäuziger Manier und kann sich nicht als Sympathieträger etablieren, genauso wenig wie Senta Berger als Pressesprecherin des Konzerns, die von vornherein ein falsches Spiel betreibt. Da fallen die Nebenrollen fast schon interessanter aus, denn den dubiosen Konzernchef gibt Peter Matic, seines Zeichens Synchronsprecher von Ben Kingsley und Hörspielfans freuen sich über einen raren Auftritt von Oliver Rohrbeck, der mit Schlägermütze und frechen Sprüchen einen Punk gibt.

Handlungstechnisch tritt man lange auf der Stelle und such vergeblich nach spannenden Momenten. Nach einem halbwegs passablen Autorennen in der Innenstadt als Einstieg, folgen nur wenige Duelle auf vier Rädern, auch wenn ab und an ein Auto im Graben landet oder sich überschlägt, - mit Action hat das Ganze nur in Ansätzen zu tun.
Inmitten des Geschehens stellt man sich unweigerlich die Frage nach dem Genre und dem entsprechenden Zielpublikum, denn am ehesten hat man es letztlich mit einem drögen Wirtschaftskrimi zu tun, der sich die meiste Zeit verdammt ernst nimmt, da man ihn ansonsten mit den ähnlich gelagerten, leicht sozialkritisch angehauchten Hallervorden-Filmen aus derselben Zeit verwechseln könnte.

Am Ende wird selbst das „World Car“, ein schicker, leicht umgebauter Albar Sonic GT zur Nebensache, wenn es zum Showdown auf den Schrottplatz geht, zuvor noch ein Punk mit Hund und Skateboard ins Visier genommen wird, Prochnow mit verschiedenen Damen anbändelt und im Konzern ewig betretene Gesichter dominieren.
Kein Film zum Liebhaben, sondern eher einer, der demonstriert, wie ziellos die Achtziger manchmal waren…
4 von 10

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