Review
von Leimbacher-Mario
!Unterstützt eigenständige Ideen!
"American Ultra" war in diesem Oktober voller interessanter Filme nicht gerade ein Kandidat, den ich unbedingt im Kino hätte sehen müssen. Der Grund warum ich es dennoch tat? Gibt gleich zwei: 1) der Schreiber Max Landis & 2) weil man mutige, neue, originale, kleine Ideen unterstützten sollte. Max Landis nicht nur weil seine Idee zu "Chronicle" toll war, sondern weil er mir vor ein paar Wochen auf ein paar der größten filmbezogenen YouTube-Kanälen polarisierend auffiel. Einerseits absolut positiv auf Grund seiner sprühenden Ideen, andererseits nervend auf Grund seiner hyperaktiven, möchtegern-hippen Art, die den Raum einnahm. Definitiv ein besonderer Charakter, bei dem ich nun mal wissen wollte, ob & was er wirklich drauf hat. Das hängt zwar jetzt nicht nur von "American Ultra" ab, vor allem da man als Writer ja eh kaum Kontrolle & Einfluss auf das finale Werk hat, aber zumindest um die Richtung zu sehen, in die es gehen könnte.
In Zeiten, in denen es Hollywood vielleicht nicht an neuartigen Ideen, aber definitiv am Mut diese umzusetzen mangelt, kommen Filme wie "Kingsmen" oder "American Ultra" genau richtig. Aber um die Erwartungen direkt mal zu drosseln - so gut wie die Agentenparodie ist die Kiffer-meets-JasonBourne-Granate nicht. Aber definitiv kurzweilig & spaßig, in seinen harten Vollgas-Momenten sogar berauschend. Leider gibt es die etwas zu wenig. Trotzdem ein Versuch, den man in einer Welt voller unnötiger Franchises, Fortsetzungen, Remakes, Spin-Offs & Prequels definitiv unterstützen sollte. Kein Kinomuss, aber sicher für den heimischen Bildschirm eine Empfehlung & in jedem Fall einem der neuen Hitman, Transporter & Takens vorzuziehen!
Neben zum Teil kräftig an der Gewaltschraube drehenden Actionszenen, bietet "American Ultra" aber noch ein paar weitere positive Punkte, die dazu beitragen, dass man die knapp 100 Minuten für kürzer hält. Da wär eine feine, verqualmte Kiffer-Chemie zwischen den zwei jungen Darstellern Stewart & Eisenberg, einige abgedrehte Charaktere (sowohl gute als auch Schurken) & ein affengeiler Comic-Abspann. Und selten wurden Bad Guys auf so vielfältige Weise mit Haushaltsgegenständen & Ähnlichem abgeschlachtet. Das hatte was. Natürlich trüben die Vorhersehbarkeit & der dann irgendwann doch etwas ausgehende Mut (& Budget) das Komplettpaket etwas, aber was soll's. Den Versuch war es wert!
Fazit: eher kurzweiliges Action-Comic als Kiffer-Comedy, bei dem man eine gute Zeit hat, sich aber auch etwas wegen vergebener Chancen & Ideen ärgert!