Uneinigkeit und Mett und Geilheit
Egal ob man die Vergleiche zu "TCM" zieht oder sich für Osten oder Westen verbiegt, man hierdurch immerhin sicher eine kalte Dusche von Schlingensief kriegt.
Klar wird gesplattert und gefleddert, doch viel eher wird die Wiedervereinung geschreddert und sich in schlechtem Geschmack verheddert.
Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, einen angenehmen Abend wird dieser Angriff auf die Sinne aber kaum jemandem bereiten.
Ich beneide zumindest Schlingensiefs Radikalität und Biss, trotzdem würde man in Köln zu viel von dem sicher auch nonchalant sagen "Driss!".
Zwischen Metzgerlehre und Ossiehre, angekratzt wird viel ohne das Deutschland nicht Deutschland wäre.
Ein Zeitdokument, ein Comicstrip, ein Antiwitz, selten sah man's blutverschmierter, das Berliner Antlitz.
Mal Trabi, mal Tritt in die Eier, eine Rebellion und ganz sicher nicht die alte Leier.
Nicht nur Provokation um deren Willen, meinen Wunsch nach einem kohärenten Filmabend kann das aber gänzlich nicht stillen.
Respekt, Grinsen, Kopfschütteln und Daumen runter wechseln sich ab, so setzte Schlingensief satirisch das damals junge Deutschland schon etwas frech schachmatt.
Fazit: Ein Massaker des schlechten Geschmacks und deutscher "Kunst". Eher irgendwo zwischen RAF und Peter Jackson als der texanischen Kannibalenpampas. Taube Geschmacksknospen & magere Mauerfallmagenumdrehung.