Handlung:
Die Familie der 6jährigen Ikko wird ermordet. Sie wird von einer geheimnisvollen Frau, die sich "Schwarzer Engel" nennt, gerettet und in ein Flugzeug nach Amerika verfrachtet. Jahre später kommt Ikko zurück, um zusammen mit einem komischen blondgefärbten Typen Rache zu nehmen. Die Schießereien beginnen und die verwickelten Familienverhältnisse werden aufgedröselt.
Nach dem schwer zu verdauenden, eigenwillig-finsteren Drama "Gonin" scheint Takashi Ishiis Filmschaffen leider ein wenig oberflächlicher geworden zu sein. Mit "Kuro no tenshi 1" liefert er einen recht konventionellen Hochglanz-Yakuzafilm ab, der in keinem Bereich schlecht ausfällt (abgesehen davon, daß die Beziehungen der Figuren untereinander zu unklar bleiben), aber auch in keiner Hinsicht besonders hervorragt. Das ganze ist einfach zu stilisiert und steril, ja man kann auch wie einst Bruno Labbadia sagen "hochsterilisiert". Man wird der Figur der schwarzgekleideten Killerin mit der Zeit einfach ein wenig überdrüssig. Der Kumpel mit den blondgefärbten Haaren, dessen Herkunft und Funktion ungeklärt bleiben, kann da nicht viel helfen. Die stereotypen Schußwaffengefechte sind weder brutal noch realistisch, auch hier herrscht der Durchschnitt. Gut ist das Ende des Films, das man so nicht unbedingt erwartet, hier besinnt sich Takashi Ishii dann doch noch auf alte Tugenden.
Insgesamt ein zu aufgeputzt-polierter Rachefilm, der (zumindest bei mir) nicht lange im Gedächtnis haftenbleibt.