Review

Satan's Sadists habe ich letztens als Al Adamsons besten Film bezeichnet. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn gleichauf liegt meiner Meinung nach noch der hierzulande nie veröffentlichte "Kracher" Girls for Rent aka I Spit on Your Corpse, den der Schlockmeister im Jahr 1974 drehte & dessen Entstehungszeit "from script to screen" ganze 60 Tage betrug.

Die Geschichte dreht sich um einen Escort-Girl-Ring, der darauf spezialisiert ist, Politiker mit kompromittierenden Fotos zu erpressen. Sandra (Georgina Spelvin), eben erst aus einem mexikanischen Straflager getürmt, heuert ebendort an, allerdings nicht als Escort-Girl, sondern als Frau fürs Grobe, die aufräumt, wenn etwas nicht läuft wie geplant. Und sie bekommt gleich was zu tun. Denn nachdem der Kunde von Donna (Susan McIver) nach einer verabreichten Pille abgenibbelt ist, kriegt Donna kalte Füße & setzt sich Richtung Mexiko ab. Sandra & ihre Kollegin Erica (Rosalind Miles) heften sich an ihre Fersen, besteht doch die Gefahr, dass sie nicht nur abhaut, sondern auch plaudert...

Adamson konnte mit Pornostar Georgina Spelvin einen kleinen Besetzungs-Coup landen, die sich auch gut in die Rolle reinhängte & als gewissenlose Killerin mit perversen Neigungen eine gar nicht mal so schlechte Figur abgab. Ihre Zukunft sah sie im B-Kino dennoch nicht. Nach einem kleinen Stunt (sie rutschte auf ihrem Po einen kleinen Hügel hinunter) stellte sie lapidar fest: "This is too much like hard work. I’m going back to fuck-films." Was sie dann auch tat & Werke wie Tarz & Jane Cheeta & Boy veredelte, dessen Plot auf der IMDb wie folgt umschrieben wird: "When his penis is bitten off by a crocodile, Tarz turns to the magical powers of the Wango-Wango tribe for help." Klingt nach einem Pflicht-Folm.

Georgina packt hier ihre Brüste aus, vermöbelt halbnackt Männer, tötet, ohne mit der Wimper zu zucken & macht sich in einer abartig kranken Szene an einen jungfräulichen geistig Behinderten ran (der witzigerweise von der Seite wie Ryan Goslings in den 70er-Jahren steckengebliebener Bruder aussieht), den sie reitet & dem sie, als es ihm kommt, mit ihrer Knarre das Gehirn rauspustet. Girls for Rent ist, wie bei Adamson nicht anders zu erwarten, eine sehr ruppige & unrunde Angelegenheit, wobei als Hauptschauplatz wie schon bei Satan's Sadists eine hügelige & trostlose Wüstengegend herhalten musste.

Als Moment der Inspiration kann man Ericas Gute-Christin-Nummer durchgehen lassen, das Action-Finale (mit einem frisierten Buggy & einer explodierenden Karre) ist nicht schlecht & der "große" Showdown würde wohl für gezerrte Nerven & kullernde Tränchen sorgen, wenn, ja, wenn der Regisseur nicht Al Adamson, sondern z. B. Roman Polanski gewesen wäre.

Sad Fact: Adamson wollte 1995 sein Haus umbauen & engagierte dafür einen gewissen Fred Fulford, welcher ihn ermordete & seine Leiche im Haus einbetonierte.

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