Review

Gerade nach "French Connection II" und "Schwarzer Sonntag" hätte man Regisseur John Frankenheimer wesentlich mehr bei der Verfilmung von "Die Prophezeiung" zugetraut. Das Drehbuch von David Seltzer (Das Omen) bietet durchaus eine gute Basis, aber Frankenheimer verlässt sich zu sehr auf den Horror und geht somit baden. Schlecht ist dieser Horrorbeitrag mit Ökobotschaft nicht, aber allein die vielen offenen Fragen enttäuschen. Mittlerweile wurde der Film von Paramount endlich FSK geprüft, bei der damaligen Videoauswertung vom Label CIC, wurde der Film der FSK überhaupt nicht vorgelegt. Frankenheimer´s bester Film ist und bleibt für mich "Ronin".

In einem Indianergebiet, welches an eine Papierfabrik grenzt, häufen sich mysteriöse Todesfälle. Menschen sterben und verschwinden aus unerklärlichen Gründen, die indianischen Frauen gebähren Totgeburten. Daher beauftragt man Dr. Robert Verne (Robert Foxworth) mit der Aufklärung dieser Phänomene. Mit seiner schwangeren Frau Maggie (Talia Shire) begibt sich Robert auf das hübsche Fleckchen Land. Dort herrscht Krieg zwischen den Indianern und den Bossen der Papierfabrik. Außerdem entdeckt Robert bald einige Missbildungen und die Tiere im Wald sind unheimlich aggressiv. Auch ein blutrünstiges Monster treibt im Wald schon sein Umwesen.

Die Thematik ist schon interessant und der Streit zwischen den naturliebenden Indianern und den geldgierigen Bossen der Papierfabrik bietet einen guten Aufhänger für einen Horrorfilm. Auch die Antwort klingt durchaus plausibel. Zur Versiegelung des Holzes benutzt die Firma Quecksilber, das ist wesentlich billiger als ein chemiefreies Konservierungsmittel. Aber Quecksilber ist hochgiftig und wirkt sich (hier übertrieben) stark auf die Umwelt aus. Immerhin werden die Mutationen mal nicht mit radioaktivem Müll erklärt. Störend sind offenen Fragen, was passiert jetzt mit der Papierfabrik, was mit der schwangeren Maggie, denn sie hat ja den quecksilberverseuchten Fisch gegessen, ist ihr ungeborenes Kind gesund ? Mit dieser Frage beschäftigt man sich den ganzen Film über, doch am Ende erfährt man nichts. Oder was ist mit John Hawks (Armande Assante) ? Ist er nun tot, oder nicht ? Was sich am Anfang nach guter Story anhört, entwickelt sich in der zweiten Hälfte zum trivialen Todeskampf zwischen Mensch und Monster.

Bei den F/X liegt hier auch der Hund begraben. Man arbeitet hier mit Puppen, leider sichtlich. Das Monster selbst sieht aus wie ein Grizzly, dem man den halben Kopf wegebrannt hat. Das Ding ist so unbeweglich, dass Frankenheimer immer nur kurz auf das Monster blendet, auch die restlichen Mutationen sehen nicht gerade professionel aus. Immerhin hat das Vieh großen Hunger und darf sich einige Opfer holen. Recht rabiat ist der Tod des Kindes im gelben Schlafsack, oder auch sonst bekommt man einige blutige Einstellungen zu sehen, bei manchen Morden wird aber einfach nur abgeblendet. Ganz am Anfang, oder im langen Finale kraxelt die Spannung auch auf ein solides Niveau, es reicht zum gruseln, aber ernst nehmen kann man "Die Prophezeiung" zu keiner Zeit. Gelungen sind auch die Naturaufnahmen und der endlose Wald bietet für eine blutige Hatz genau die richtige Kulisse. Robert Foxworth sieht hier zwar aus wie Robinson Crusoe, der seinen Freitag immer noch nicht gefunden hat, aber seine Role meistert er durchaus charismatisch. Talia Shire ist auch ganz okay und Armande Assante weiss sich auch gut zu verkaufen.

Braucht seine Zeit, um in die Gänge zu kommen. Die gute Story wird teils verschenkt, ist zu langsam erzählt und die F/X lassen zu wünschen übrig. Es gibt Schlechteres auf diesem Sektor.

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