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Regisseur und Co-Autor Jon Watts überrascht mit einem eher leisen Crossover aus Kinderfilm, Ödland-Thriller und garstiger Komödie. Das Katz - und Mausspiel im staubigen Colorado lebt in erster Linie von seinen interessanten Protagonisten, die trotz ausbleibender Hintergründe durch unberechenbare Verhaltensweisen unterhalten.

Die zehnjährigen Jungs Travis (James Freedson-Jackson) und Harrison (Hays Wellford) sind von Zuhause ausgerissen und streunen durch die ländliche Einöde, bis sie auf einen verlassenen Polizeiwagen stoßen. Nach anfänglicher Zurückhaltung starten sie eine kleine Spritztour, was Cop Mitch Kretzer (Kevin Bacon) gar nicht passt, denn der war soeben damit beschäftigt, Leichen aus dem Kofferraum zu entsorgen...

Watts und Autor Christopher D. Ford haben recht treffend analysiert, wie Kinder in dem Alter so sind und sich in bestimmten Situationen verhalten könnten. Anfangs latschen sie, obszöne Begriffe aufzählend durch die Gegend, stecken Äste in ein Schlangenloch und tasten sich nur sehr langsam an das titelgebende Fahrzeug heran, - nach einem Steinwurf macht man sich noch über eventuelle Fingerabdrücke Gedanken, während der Fahrt bedienen sie indes alle erdenklichen Hebel und Schalter und müssen sich zusammenreißen, um nicht auf Funksprüche aus der Zentrale zu reagieren.

Derweil will der zwielichtige Sheriff natürlich sein Gefährt zurückhaben und muss sich einiger Tricks bedienen, um den Dieben auf die Spur zu kommen. In welch dubiose Machenschaften er verstrickt ist, wird allenfalls angedeutet, so dass er fortwährend damit beschäftigt ist, den Diebstahl seines Wagens zu vertuschen, was einige Wendungen als auch manch schwarzhumorige Situationskomik parat hält.

So wechseln sich naive Verhaltensweisen und zynische Kettenreaktionen ab, die grundsolide Kamera fängt das Geschehen sehr variabel ein und auch die Mimen wissen durchweg zu überzeugen. Demgegenüber wirkt der Score etwas wahllos eingesetzt, da er selten auf die jeweilige Situation abgestimmt ist und zwischen Gospel, Country und hohen Pianotönen etwas unbeholfen daherkommt.

Zwar entstehen im Mittelteil minimale Längen und die eine oder andere Szene wirkt ein wenig zu gestreckt, doch schwarzer Humor und ein effektvoll gefilmtes Finale bügeln jene Schwachstellen weitgehend aus.
Mitreißenden Thrill oder gar ein blutiges Actionfeuerwerk sollte man nicht erwarten, doch die Einfachheit der Geschichte und die boshafte Grundstimmung wissen durchaus in ihren Bann zu ziehen.
7,5 von 10

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