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Busch-, Wald- und Wiesenthriller von David A. Prior, der hier ungefähr am Ende des ersten Drittels seiner noch bestehenden und damit langlebigen Karriere nach gewohnt eigenen Skript auch die Umsetzung dessen inszeniert. Prior, welcher als Mitbegründer von Action International Pictures für ein Großteil deren Outputs verantwortlich war und maßgeblich den Einfluss auf die Zuschauer und entsprechend die Verkaufszahlen für den Videokonsum mitregulierte, weiss auch hier um die entscheidenden Faktoren des Marketings und Grundidee des Filmes selber zu präzisieren. Gleichzeitig ein Nachzügler der artverwandten Red Dawn und von Invasion U.S.A., der nicht nur in der Tagline „Under the cover of peace, in the darkness of night, a silent terror rains: Invasion U.S.A.!“, sondern auch in der Verwendung von Richard Lynch in einer tragenden Rolle ausdrücklich zitiert wird. Und gleichzeitig auch deren Vorhut, quasi die Aussiedler- und Theorieversion der beiden anderen Werke, in denen nach Möglichkeit ausgelebt wurde, wozu hier zwar das Budget, aber nicht die Fähigkeit von Illusionen und das Erreichen einer Doppelbödigkeit zu erschaffen fehlt:

Schon vier Tage im Verzug und mit dem sich ständig streitenden Hauptdarstellerpaar Joni Marshall [ Renée Cline ] und Troy [ David 'Shark' Fralick ] geplagt, muss Filmregisseur Ben Adams [ Walter Cox ] plötzlich feststellen, dass noch ganz andere Probleme auf ihn und seine Crew hinzukommen. Eine paramilitärische, bis an die Zähne bewaffnete Einheit, angeführt von General Juarez [ Angie Synodis ] und geleitet von Überläufer Michael Cooper [ Richard Lynch ] hat sich über Nacht in der Gegend breitgemacht, um im Laufe der nächsten Tage die Stadt Ridgemont mitsamt ihrer 12.000 Einwohner zu überfallen und als Geisel zu nehmen; Stadtwerke, Flughafen und anderen Institutionen und Organisationen des Staates sollen zuvor ausgeschaltet und vereinnahmt werden. Mitsamt seines Drehteams, darunter der Kriegsveteran Doug Harter [ Doug Harter ], dessen Pyrotechnikexperten Chuck Stedman [ Charles Stedmen ] und des Waffengurus Robert [ Graham Timbes ] wird die Verteidigungslinie errichtet, und der aussichtslos scheinende Kampf gegen die Invasion Force gewagt.

Nach ersten Gehversuchen im preisgünstigen Horrorfilm, der wiederum von der dann bevorzugten Namsploitation und einem nur kurzen Ausflug in die Science fiction mit Future Zone (1989), Future Force und Final Sanction (beide 1990) abgelöst wurde, kehrt man hier im Grunde wieder in den Kleinkriegs- und Dschungelfilm, nur eben auf Amerikanischen Boden und mit der heimischen Flora und Fauna als Setting und so dem Durchwandern lokaler Gefilde zurück. Dabei werden ausgenommen der beiden in der Zukunft spielenden Arbeiten auch die anderen vorhergehenden wie bspw. Deadly Prey (1986) jeweils kurz als Art Selbstreferenz zitiert, gestaltet man die Einleitung der Handlung doch als Film im Film, in dem der muskulöse Held mit nackten Oberkörper und dem Maschinengewehr im Anschlag die Feinde reihenweise ummäht und die billigen Strohhütten in Explosionen gen Himmel schickt. Auch die Möglichkeit eines Slasher wird in diesem Spiel mit Sein und Schein angedeutet, und das Publikum gleich mehrmals mit gutgemeinten Täuschungen von Illusion und Realität und doppelten und dreifachen Bluffs auf das Kreuz gelegt.

Oder zumindest versucht, wobei das Ergebnis eher wohlwollend ein "befriedigend" und kein "gut" oder gar "sehr gut" in Prämisse und Ausführung erhält. So ist der 'richtige' Film nicht wirklich besser als das absichtlich auf schlecht und Trash und/oder Camp getrimmte Abenteuer um einen wertvollen Diamanten, um dessen Dreharbeiten es hier geht. Die Darsteller sind vor der Kamera und im Leben nicht wirklich ihr Geld wert und der Boden der Tatsachen, der sich später auftut scheint gleichsam wie die Bühne der Vision und Halluzination an Geldarmut ebenso zu leiden wie die Kunst mit dem Faktum viel zu sehr die Übereinstimmung sucht als ihr widerspricht.

Trotz erster Toten in den eigenen Reihen und angesichts der Übermacht und der Möglichkeit der a) schnellen Flucht hinweg aus der Gefahrenzone oder b) zumindest der Weitergabe der örtlichen Behörden angesichts der Bedrohung wird hier weiter die Konfrontation gesucht und der Krieg quasi im Sandkasten, auf dem Abenteuerspielplatz und dies oft mit einem dümmlich wirkenden Lächeln und abgrundtiefen Dialogen und Mimiken gespielt. Ein Ausflug in den Vorgarten Amerikas, dass abermals von ausländischen Invasoren und dies natürlich heimtückisch bei Nacht und Nebel heimgesucht wird, wobei die Angreifer hier gleichzeitig oft gesichts- und namenlos und sogar von unbestimmter Herkunft sind. Spanisch sollen sie sprechen, und 'Commies' sollen sie sein und aus Mittelamerika sollen sie stammen, kann ja dann über Kuba und Panama und Nicaragua und so weiter Vieles und Alles sein.

Die Furcht vor Attacken des politisch Anderen und deren Militärdiktaturen, die als Feindbilder in den bewegten Bildern immer wieder gerne gesehen wurden und hier auch dankend als Schmutzlinge in Uniform angenommen sind, erhält dabei nur mit Paradebösewicht Lynch ein tatsächliches und in allen Anderen, ausnahmsweise vielleicht dem eigentlich führen sollenden General Juarez nur das farblose Gesicht. Oft werden nur die Patrouillengänge und Verfolgungsjagden durch das Gehölz und da bloß hüftabwärts gefilmt, also nur die Beine der Kriegstreiber gezeigt. So richtig auf Zack sind die Jungs von der Angriffsfront leider auch nicht, was sich gleich in den unaufregenden Scharmützeln mit der Crew aus Hollywood niederschlägt. Da ist der Soldat oft dem dicken Amerikaner im Nahkampf unterlegen und kann auch nicht richtig zielen, so dass die scharfe Munition keinen wirklichen Vorteil gegenüber den Platzpatronen aus der Traumfabrik erzielt. Das Wort "Action" wird hier demnach gerufen, nur sehen tut man davon außer ein paar Rauchschwaden aus der Effektekiste, nach dem Einsatz von 'Panzer' und 'Maschinengewehr' und dem Zündeln von vorher präparierten Brandbomben leider nichts; eine tatsächliche Dynamik erreicht das heutzutage leicht parodistische und damit wenigstens sympathische Werk abseits aller Lächerlichkeit und des Amüsements der Nostalgie leider nicht.

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