Der angebliche Lehrer Zeki Müller (Elyas M’Barek) hat es nicht leicht: die Schüler nerven und die Direktorin (Katja Riemann) möchte ihn und Freundin Lisa Schnabelstedt (Karoline Herfurth) auf Klassenfahrt schickern um das Image der Schule aufzupolieren. Als Diamanten aus Zekis Bankraub in einem Kuscheltier versteckt als Spende nach Thailand wandern, schlägt er eine Klassenfahrt nach Fernost vor…
Wie setzt man eine Komödie fort, die es auf insgesamt 7,3 Millionen Zuschauer (in Deutschland) gebracht hat? Man wiederholt einfach das Erfolgsrezept und ändert nur wenig, zum Beispiel den Hintergrund. Also stellt der Regisseur des ersten Teils, Bora Dagtekin („Türkisch für Anfänger“ 2012) wieder Zeki Müler und die vier dümmsten Schüler der 10b des Goethe Gymnasiums in den Mittelpunkt seiner Geschichte, verzichtet sogar über weite Strecken auf das Liebesgeflüster Zekis mit der verklemmten Kollegin Lisa und den Konflikt mit der autoritären Schulleiterin, und versetzt die Handlung nach Thailand. Aber das spielt erst im letzten Filmdrittel eine Rolle als plötzlich Waisenkinder von Tsunamiopfern auftauchen. Bis dahin dürfen die Schüler wieder jede Menge prollige Witze reißen und Zeki aufs neue Beweisen, dass er zumindest vordergründig ungeeignet für den Pädagogenstand ist, „Sie sind voll das schlechte Vorbildnis!“, sagt die nur angeblich hochbegabte Chantal (großartig authentisch mit übergroßem Lidschatten: Jella Haase), die einen Affen als Wolf bezeichnet und von einer Karriere als You Tube Star träumt. Sie sorgt wieder für die größten Lacher im Kinosaal und antwortet auf „ich hab Asperger, 11%“ des Quoten-Behinderten mit „und ich hab Wodka, 40%“. So macht „Fack Ju Göte 2“ vor allem in den ersten zwei Filmdritteln richtig Spaß, den späteren Ansatz von Actionszenen, meist auf dem Wasser, hätte man sich eigentlich sparen können, wie auch die Waisenkinder, die allerdings nicht traurig am Strand stehen, sondern ganz andere Aufgaben zu erfüllen haben. Trotzdem bleibt zwischendurch immer noch genug Raum für flotte Sprüche und dumme Bemerkungen, welche die selbstbewusste Unwissenheit der Oberschüler parodieren. Natürlich ist die Handlung konstruiert und die Bildungskritik hält sich in engen Grenzen, doch das ist bei einer Komödie durchaus erlaubt. Und Bora Dagtekins Film ist sogar eine ziemlich lustige gelungen, mit einer hohen Gagdichte und vielen kleinen Späßen am Rande, unterlegt von einem tollen Soundtrack, an dem auch Michael Beckmann, Bassist bei Die Suurbiers und Plan B beteiligt ist.
Während „Fack Ju Göhte“ in der ersten Woche von 900.000 Zuschauern gesehen wurde, zieht die Fortsetzung in nur 4 Tagen auf 2,1 Millionen Menschen ins Kino. (7/10)