Review

BLUTBAD DES SCHRECKENS beginnt wie folgt:
Ein kleiner Junge überfährt aus kindlichem Leichtsinn seinen Vater mit dem Mähdrescher und gerät schließlich selbst unter die Räder, wodurch er eine Hand einbüst.
Nachdem er etliche Jahre in einer Psychatrie verbracht hat, kehrt er als mittlerweile Erwachsener nach Hause zurück und schnell wird klar, dass er immer noch gehörig einen an der Waffel hat...

Bis zu diesem Zeitpunkt deutet alles auf einen schön trashigen Billig-Slasher mit 08/15-Story hin. "Der Typ kehrt aus der Klapse heim und metzelt mit seiner Hakenhand erstmal tüchtig drauflos..." hab' ich mir gedacht.
Was dieser kleine Streifen zu bieten hat, geht jedoch deutlich über das übliche "10 kleine Negerlein"-Prinzip hinaus.
Nur noch so viel: BLUTBAD DES SCHRECKENS spielt in vielerlei Hinsicht in einer Liga oberhalb "Freitag, der 13." und der "Todesparty"...

Ok, weiter geh'n tut nämlich so:
Er kehrt also in sein altes zu Hause zurück, wo seine Mutter mittlerweile mit einem anderen Mann zusammenlebt.
Er erkennt aber weder seinen neuen Stiefpapa als Vater an, obwohl sich jener sichtlich Mühe gibt, noch respektiert er die Gefühle seiner Mutter. In dem Irrglauben, dass nur er mit seiner Mutter zusammen sein dürfe, bringt er beide im Affekt um.
Fortan ist er nicht nur vor dem Gesetz auf der Flucht, er wird auch immer wieder von starken Wahvorstellungen verfolgt, die ihm nun in Form seiner toten Mutter heimsuchen.
Bald lernt er eine Prostituierte kennen und verliebt sich in sie. Als sie seine Liebe nicht erwidert, sind ihm alle Mittel recht, um diese zu erzwingen...

So... Ihr seht: Mit einem 08/15-Slasher ist BLUTBAD DES SCHRECKENS also wirklich nicht gleichzusetzen.
Viel mehr handelt es sich hierbei um einen äußerst ernsthaften, verstörenden Psycho-Horror-Schocker, dem es auf erstaunliche Weise gelingt ein sehr glaubhaftes und authentisch-wirkendes Täterprofil darzustellen, wie es auf einen (Real-Life-)Serienkiller tatsächlich zutreffen könnte.
Diese kleine cineastische Perle gewährt uns als Zuschauer einen so tiefen Einblick in das Innenleben eines geistigverwirrten Gewaltverbrechers wie es nur die wenigsten Big-Budget-Hollywood-Thriller im Stande waren.
Lebensnahe menschliche Abgründe sind also das (gewollt oder ungewollte?) Hauptthema des Films.

Nun doch noch ein Wort an alle Slasher-Fans: Blut ist hier fast schon Mangelware. An "Härte" gewinnt der Film nur durch den sehr perversen und stark verschrobenen Verstand des Protagonisten.
Wer also ausschließlich auf möglichst innovative Tötungsarten aus ist, der wird von diesem Streifen devinitiv enttäuscht werden.

Wer aber auf Kopf-Kino und Psycho-Feeling steht, und wem das merkliche Low-Budget-Flair nichts ausmacht, der ist hier goldrichtig.
Klar: die Story (so, wie ich sie jetzt beschrieben hab') erinnert schon deutlich an den Hitchcock-Klassiker, aber dennoch bietet BLUTBAD eine ganz nette, und sehr eigene Variante des bekannten "Ödipus-goes-crazy"-Themas.

Mein Fazit daher:
Netter, überraschend gelungener Psycho-Horror, der durch sein stark authentisches und realitätsnahes Flair noch deutlich an Wirkung gewinnt.
'Nen Überhammer sollte man zwar nicht erwarten, wenn man aber ein Tape dieses doch recht raren Streifens mal auf 'ner Börse rumliegen sieht, dann kann man getrost zugreifen.

Ein kleiner Geheimtipp!

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