In einem spanischen Vergnügungspark geht es hoch her: die Popband „Killer Barbys“ tritt dort auf und eine transsylvanische Delegation importiert den Leichnam des Grafen Dracula als Attraktion, bzw. um sein Ansehen in der dekadenten westlichen Welt wieder herzustellen. Das meint zumindest Lina Romay als peitschenschwingende Diplomatin, für die Reporterin Katja (Katja Bienert) scheint das ein gefundenes Fressen für eine Story. Die unsägliche Musik der Killer Barbys erweckt sodann Tote wie den legendären Blutsauger und der hat sich ausgerechnet in die ebenso unsägliche Silvia Superstar, ihres Zeichens Frontfrau der Killer Barbys, verguckt. Entgegen seinen früheren Vampirfilmen versucht Jess Franco gar nicht erst, einen Gothicstreifen abzuliefern, sondern eine Rock’n’Roll-Komödie, deren Niveau sich auf dem Level befindet, welches auch Fans von Bela B. ansprechen dürfte, nämlich halbwüchsige Ärzte-Fans. Auch Bela B. Felsenheimer tritt als transsylvanischer Bela auf, der Soundtrack ist dementsprechend mit einem Gemisch aus nichtssagendem Teenie-Pop von den Ärzten bis zu den Killer Barbys vollgestopft. Genau dieser grottenschlechte Posermist ist an Peinlichkeit kaum zu unterbieten, höchstens noch von dem Modepüppchen Silvia als vermeintliches Sexsymbol. Dazu gesellt sich noch Dan van Husen als blinder Van Helsing-Verschnitt Dr. Seaward und Kike Sarasola als Dracula, der aussieht wie frisch von einer dörflichen Gruftieparty abgeholt. Für Franco-Fans finden sich haufenweise typische Elemente seines zweifelhaften Schaffens der letzten Jahrzehnte, angefangen von der trashigen Kamera bis zu der unorthodoxen Erzählweise, die das Mainstreampublikum entsetzen wird. Trotzdem ist das für den erklärten Schmuddelfilmer ungewöhnlich stringent und massenkompatibel abgehandelt, mit Grusel oder gar Horror hat das allerdings gar nichts zu tun, selbst wenn neben farblichen Digitalspielereien mal wieder mit Blaufiltern der Tag zur Nacht gemacht wird. Neben dem Fehlen von Schocks sind auch die Beißereien dermaßen harmlose Ketchup-Effekte, dass eine Freigabe ab 12 Jahren gereicht hätte, die Anleihen in Exploitationgefilden sind erstaunlich verhalten und nur minimal angedeutet, so minimal wie Katja Bienerts Rocklänge. Francos unglaubliche Naivität, die sich in fadenscheinigen Ideen wiederspiegelt, verschmilzt geradezu passend mit infantilem Humor, aufgepeppt zu einem Werbefilm für eine substanzlose Rock-Band, deren herausragendstes Merkmal schon immer eine gute PR-Abteilung war. Die Musik dieser spanischen Geschmacksentgleisung ist auf Dauer unerträglich, da nützt es auch nichts, schnell noch uninspiriert „Candy“ von Iggy Pop zu covern. Nach dem sonstigen Sinn solch einer Trashkomödie zu fahnden ist überflüssig, immerhin sieht das im Gegensatz zu kuriosen Filmschnipseln wie „Erotikill“ schon fast wie ein Film aus und bietet Eingeweihten einige Anspielungen der üblichen Verdächtigen aus Francos Filmen auf ihre Vergangenheit als sie jung waren und das Geld brauchten. Die spanischen Darsteller der Neuzeit geben sich dagegen erfolgreich Mühe, drittklassig zu wirken, mehr nicht.
Fazit: Die Bravo-Sternchen „Killer Barbys" sind zum zweiten Mal zu Gast beim Trashfilmer Jess Franco, das Ergebnis ist so überflüssig wie ein Starschnitt von Silvia Superplumpstar. Überflüssig ist wohl auch, wenn Teenieklamotten von scheintoten Regisseuren gedreht werden. 2/10 Punkten