Alamogordo, New Mexico. Irgendwo im Nirgendwo, doch die Müllkippe hat es in sich. Oder zumindest vermuten das einige Leute. Denn hier hat die Videospielfirma Atari 1983 Hunderttausende von unverkauften Modulen des Spiels „E.T.“ entsorgt. So sagt es die Legende über dieses oft als schlechtestes Videospiel aller Zeiten betitelte Werk. 2014 machten sich diverse Leute auf, diesem Mythos auf den Grund zu gehen.
Die Doku von Zak Penn nimmt sich dabei etwas viel vor. So will man nicht nur den in Gamerkreisen bekannten „Zwischenfall“ mit den entsorgten Cartridges zu „E.T.“ aufbereiten, sondern nimmt sich nebenbei auch noch dem Aufstieg und durch erwähntes Ereignis vermeintlich befeuerten Fall des Herstellers an. Dabei kommen ehemalige Mitarbeiter und Programmierer zu Wort, ebenso Leute, die sich auf die Suche nach den verbuddelten Modulen gemacht haben, Kunstschaffende etc.
Das ist kurzweilig inszeniert, redselig und manch animierte Sequenz lockert das Ganze auch auf. Mit einer Laufzeit von etwas über einer Stunde ist es aber auch nicht gerade allzu detailliert und blendet manch mutmaßlich interessanten Schlenker bei der Erzählung um die Entstehung des Spiels oder Firmengeschichte aus. Insbesondere technische Aspekte werden nicht berücksichtigt. Man beschränkt sich überwiegend auf den Mythos rund um die Beseitigungsaktion der Module, aufgeladen mit erzählfreudigen Fanboys und Nostalgie. Dazu gehört natürlich auch der „Video Game Crash“, wobei man hier das vorliegende Spiel geradezu zwanghaft von jeglicher Beteiligung freisprechen will.
Unterhaltsam ist das Ganze trotzdem, flott erzählt und geschnitten, unterlegt mit ebensolcher Musik. Eine dieser „feel-good-Dokus“, bei denen man am Ende zwar nicht alles erfahren hat, aber die einen guten Überblick liefern.