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Schlaf dient eigentlich der Regeneration von Körper und Seele, zuweilen kommt es jedoch zu mentalen Aktivitäten, was einem Traum oder Alptraum entspricht. Während Träume am Morgen darauf meistens nur bruchstückhaft rekonstruiert werden können, bleiben Erlebnisse während der Schlafparalyse länger präsent, zumal Betroffene meistens nicht nur einmal damit konfrontiert werden. Regisseur Rodney Archer litt selbst an einer Schlafstarre und begann daraufhin eine Recherche, um die Ausmaße jenes Phänomens zu dokumentieren.

Acht Betroffene kommen zu Wort und schildern ihre Erfahrungen während der Schlaflähmung, welche im halbwachen Zustand, kurz vorm Einschlafen oder Erwachen wahrgenommen wird. Eine Parallele scheint das Erscheinen diverser Schattenmänner zu sein, die sich mal mehr und mal weniger bedrohlich im direkten Umfeld der Wehrlosen bewegen...

Nahezu jeder dürfte diesen Zustand im Halbschlaf kennen, Dinge verschwommen oder gar verzerrt wahrzunehmen, um kurz darauf entweder tatsächlich einzuschlafen oder wieder hellwach zu sein, wogegen die intensivere Schlaflähmung sogar zu außerkörperlichen Erfahrungen führen kann, was Archer relativ stimmungsvoll zu visualisieren wusste.
Obgleich sich die Ausführungen der Probanden auf Dauer wiederholen, veranschaulichen die überwiegend düsteren Bilder recht effektiv, wie sich der Zustand des Ausgeliefertseins abspielen könnte, was mithilfe der treffenden Sounduntermalung eine regelrechte Hilflosigkeit widerspiegelt.

Leider werden die Ausführungen von Schauspielern umgesetzt, was teilweise etwas bemüht authentisch daherkommt. Grobe Schnitte sollen zwar den Charakter einer typischen Dokumentation unterstreichen, doch die stets durchdachte Wortwahl und die dosiert eingesetzten emotionalen Regungen kommen auf Dauer nicht sonderlich glaubhaft daher.

Problematisch ist in diesem Kontext das Ausklammern von Analytikern wie Schlafforschern, Psychologen oder zumindest Ärzten, denn kritisch betrachtet ist keine der Aussagen fundiert, zumal es sich eben nicht um die wahren Betroffenen handelt. Indes ließen sich die visualisierten Erfahrungsberichte als reine Horrorshow abstempeln, obgleich diese zuweilen eine bedrohliche Stimmung verbreiten.
Thematisch verwandte Filme wie "Nightmare on Elm Street", "Die Besucher" und "Insidious" fügen sich ausschnittsweise recht gut ins Gesamtbild, welches rein audio-visuell ansprechend ausgearbeitet ist.

Informativ ist die Doku demgegenüber kaum ausgefallen, denn dafür mangelt es den Individuen an Background, Erklärungsversuche bleiben oberflächlich und auch die Ursachenforschung geht zu keiner Zeit in die Tiefe.
Wer sich eingehender mit dem Thema der Schlaflähmung auseinander setzen möchte, sollte sich ergo anderweitig umsehen, - als düster gestalteter Denkanstoß zum Thema Schlaf und dazugehörige Phänomene ist das Werk hingegen passabel.
Knapp
5 von 10

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