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Albtraum, Bullshit oder Realität?

Wenn man erwachsen ist & vor allem Horrorfan, wird es zwar immer seltener & irgendwann verblasst komplett, da die Realität oft viel schlimmer ist als jede Fiktion, aber zumindest aus der Kindheit & Jugend kennt jeder es: nicht einschlafen können, Angstvorstellungen, Alpträume. Sei es durch Filme, Erzählungen oder einschneidende Erlebnisse. Das ist normal, das kennt jeder. Das ist nicht schön, aber zu verkraften. Aber es gibt anscheinend überall auf dem Planeten Leute, die kämpfen regelmäßig oder sogar jeden Abend mit viel schlimmeren Zuständen. Schlafparalyse - eine beängstigende Mischung aus Traum, Körperstarre, Wahnvorstellung & Besuch aus Jenseits/Hölle/Parallelwelt/All - ist das Thema der Semi-Doku "The Nightmare". Anhand von mehreren Schicksalen & Interviews mit Betroffenen, kombiniert mit nachgestellten Szenen der gruseligen Erscheinungen, wird das unvorstellbare Phänomen/Krankheit beleuchtet - mit Betonung auf Schock & Grusel.

"The Nightmare" ist ein echtes Phänomen. Nicht ganz so unerklärlich wie das Thema mit dem er sich befasst, aber definitiv ein Phänomen von einem Film. Manche lieben ihn, manche hassen ihn. Manche lässt er absolut kalt, manchen lässt er es eiskalt den Rücken hinunter laufen. Das hat wohl vor alle was mit den eigenen Erfahrungen zu tun & wie offen man für das Thema "Übernatürliches" ist. Mich hat er vor allem zum Nachdenken gebracht - über den Schlaf, über Träume, über Fake-Dokus, über verrückte Menschen die nur Geschichten erzählen, über Filmemacher die ein Thema falsch & aufgebauscht darstellen, über Übersinnliches, Wahrheit & Wahn. Das hört sich nicht alles nur positiv an - aber ich bin extrem beeindruckt von "The Nightmare". Zum Teil, hat er mir auch richtig Angst gemacht. Das schaffen heutzutage nicht mehr viele Filme. 

Das Thema ist extrem interessant & ohne sich verrückt zu machen, sollte man gar nicht erst im Internet darüber weiter forschen. Da ist es fast etwas schade, dass der Film recht wenig Aufklärung & Erläuterung betreibt, eher auf den Gruseleffekt abzielt. Aber da dies klappt, kann ich damit gut leben & kann den Film durchaus zu den gruseligsten Filmen der letzten Jahre zählen. Weil er zumindest Wurzeln in der Realität hat, weil alles nicht komplett undenkbar ist. Selbst wenn 6 der 8 Personen im Film Schwindler & Kranke sind - was ist mit den anderen 2? Was ist, wenn die Filmemacher doch nichts verraten & vorgegeben haben? Warum kommen immer wieder ähnliche Gestalten & Visionen ins Spiel? Warum gibt es tatsächlich seit jeher, überall auf der Welt ähnliche Mythen von schwarzen Schatten, Monstern die sich im Schlaf auf deine Brust setzen oder alienartigen Eindringlingen? Kurz aber cool war auch der Schwank zur Filmwelt, in der es immer wieder Muster gibt, die sich auf das rätselhafte Phänomen berufen, sei es in "Nightmare On Elm Street", "Insidious" oder sogar "Natural Born Killers". Ich hätte glaube ich einen Herzinfarkt bekommen, hätte mich nach dem Film, kurz vorm Einschlafen, ein elektrischer Impuls durchfahren. Als Kind habe ich immer die Augen zu gekniffen & mir eingeredet, dass die Monster mir nichts tun, wenn die denken, ich schlafe... aber ob das heute noch wirken würde? ;)

Fazit: faszinierendes Thema, verdammt gruselig umgesetzt. Und selbst wenn alles ein einziger Fake ist & auch der Informationsgehalt zum unerklärlichen Phänomen "Schlafparalyse" sehr gering ausfällt - ich hatte mehrmals Gänsehaut. Denn leichte Formen von Angst, Lähmung & Alpträumen, kennt jeder von uns & irgendwie glaube ich, dass tief im Kern dieser Mythen & Erlebnisse, genug Wahrheit steckt, um Neugier & Angst zu wecken! Hut gezogen, vor Thema, Betroffenen, Umsetzung & innovativem Ergebnis!

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