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Ein gewisser Georges Méliès gilt als Pionier der Stop-Motion-Technik, seine ersten Filme entstanden bereits um 1896. Willis O’Brien verfeinerte diese Methode, um 1925 den ersten erwähnenswerten Dinosaurierfilm zu drehen, welcher viele darauf folgende Werke in Sachen Tricktechnik inspirierte. Amateurfilmer Mark Polonia beispielsweise, der mit der Inszenierung seines Urzeitviehs sämtliche Grenzen guten und ganz schlechten Geschmacks sprengt.

Eine vierköpfige Truppe um Schauspieler Andy raubt eine Bank aus und nimmt während der Flucht Jackie, die Frau eines Untergrundbosses als Geisel. Gemeinsam verschanzt sich die Gruppe in einer abgelegenen Waldhütte, nichts ahnend, dass bei Felsarbeiten ein Dinosaurier freigesetzt wurde...

Das Beutetier aus der Jura verkommt im Grunde zur Nebensache, denn im Zentrum steht die Flucht der Bankräuber vor zwei Polizisten, was zu keiner Sekunde Spannung erzeugt. Die naiven Kriminellen stoßen dabei auf Jackie, welche ihren Mafia-Mann zeitgleich um eine höhere Geldsumme erleichterte und nun versucht, die Ganoven gegeneinander auszuspielen.
Die durchweg laienhaften Mimen, unglaubwürdige Dialoge und das fehlende Gespür für Dramaturgie lassen die Angelegenheit jedoch wie einen spontan gefilmten Einfall ohne ausgearbeitetes Konzept aussehen.

Knallharte Trashfans kommen indes mit Auftauchen der Urzeitechse auf ihre Kosten. Polonia bedient sich dabei gleich mehrerer Ansätze, um die Bedrohung in Aktion treten zu lassen: Kopf, Füße und Schwanz bestehen aus Latexüberzügen, dazwischen bewegt sich die Kreatur via Stop-Motion, während bei Angriffen eine krude Mischung aus Computerblut und Überblendungen angewandt wird, was einfach nur unbeholfen und geballt dilettantisch daherkommt, zumal Blutspritzer grundlegend irgendwo im Bild landen und der Dino ebenso grundlegend daneben beißt und zu keiner Zeit das eigentliche Opfer berührt. So etwas dürften Kids im Informatik-Grundkurs bereits besser hinbekommen.

Ferner zeichnet sich das Machwerk durch einen lieblos arrangierten Score mit minimaler Orchestrierung aus, die austauschbare Wald- und Wiesenlandschaft steuert auch nicht viel zur Atmosphäre bei und die wenigen Egoperspektiven des Angreifers fallen einer totalen Verpeilung der Distanzen zum Opfer. Wie unfähig Polonia wirklich ist, macht sich spätestens bemerkbar, als sich jemand mit einer wedelnden Fackel zu verteidigen sucht, - anstatt eine simple Gartenpartyfackel zu verwenden, besteht das Feuer tatsächlich aus übelsten Computerbildern, was schon beinahe gewollt trashig anmutet.

Insofern sind innerhalb des fruchtlosen Treibens immerhin ein paar Schmunzler auszumachen, die dummen Ganoven steuern zeitweilig einen winzigen Teil zur Trash-Stimmung bei, wogegen die Gewalteinlagen in Form einer abgetrennten Hand und einer kurz im Bild festgehaltenen Enthauptung zum Gesamtbild des amateurhaften Niveaus passen.
Knappe 70 Minuten Laufzeit sind gerade noch erträglich, - halbwegs unterhaltsam fallen davon allenfalls 5 Minuten aus.
2,5 von 10

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