Kultregisseur Kevin Smith („Clerks“) liefert den zweiten Teil seiner „True-North-Trilogy“ und degradiert sich damit fast schon selbst zum Ladenhüter. War sein „Tusk“ bereits merkwürdig und wenig spannend, fährt er hier alle positiven Ansätze gnadenlos an die Wand.
Die fünfzehnjährigen besten Freundinnen Colleen C (Lily-Rose Depp) und Colleen M (Harley Quinn Smith) frischen ihr Taschengeld beim Jobben in einem kleinen Supermarkt auf. Eines Tages hören sie die Geschichte über einen kanadischen Nazi (Haley Joel Osment), dessen Leiche bis heute nicht gefunden wurde. Als kurz darauf kleine Miniatur-Nazis in Würstchenform durch den Supermarkt tollen, erahnen sie den Zusammenhang…
Die Horror-Komödie ist ganz offensichtlich aus einem Familienprojekt entsprungen, da die Töchter von Regisseur Smith und Schauspieler Johnny Depp, welche auch im wahren Leben gute Freundinnen sind, in den Mittelpunkt gerückt werden. Zudem übernimmt Depp erneut die Rolle des kauzigen Jägers Lapointe, während seine Ex, Vanessa Paradies einen kleinen Gastauftritt absolviert. Immerhin ist den Mimen die Freude beim Dreh deutlich anzumerken, doch auf den Zuschauer vermag sie sich nicht übertragen.
Regelrecht nervig sind bereits die vielen quietschbunten Einblendungen im Instagram-Girly-Style mit Jugendsprache aus der Sicht eines Mannes am Rande der Midlife-Crisis. Natürlich kommen die besten Freundinnen maßlos überzeichnet daher, doch Pointen innerhalb der grenzdebilen Dialoge finden sich nicht und es dauert rund 45 Minuten, bis endlich die Bratzis in Erscheinung treten.
Nun könnte es also losgehen, mit ordentlichem Trash-Faktor, ein wenig Action und etwas Blutvergießen, doch nichts von alledem tritt ein. Smith selbst verkörpert die Mini-Nazis mit Pickelhaube und holen Phrasen, doch es gibt nur wenige Momente, in denen eine gewisse Situationskomik punktet und die Aktionen der Würstchen ein wenig Spannung aufkommen lassen. Noch enttäuschender ist, dass diese nach einem kurzen Intermezzo fast komplett von der Bildfläche verschwinden und erneut infantile Wortwechsel dominieren, die auch gerne mal unter die Gürtellinie gehen.
Der komplette Mangel an Drive lässt trotz kurzer Laufzeit einigen Leerlauf entstehen, zumal die Handlung phasenweise wie beliebig aneinander gereiht wirkt. Dazu passt der unspektakuläre Showdown, dem es an Dynamik und entsprechendem Timing mangelt.
Der Abspann erfolgt wie der Auftakt mit einem Rock-Song, den die beiden Hauptfiguren singen, - zwar leidlich sympathisch, jedoch ohne jeglichen Nährwert.
Und das bezieht sich auf das komplette Werk, das Trash-Freunden herzlich wenig bietet und im Endeffekt wie ein Home-Video unter Freunden anmutet, was die kaum klaren Linien innerhalb der dünnen Handlung unterstreichen. Den Performances kommt ein gewisses Herzblut zugute, doch dieser Enthusiasmus überträgt sich im Kontext einer nahezu uninspirierten Handlung nicht auf den Betrachter.
3,5 von 10