Bestimmte Abläufe bleiben in gewissen Horrorstreifen stets gleich, primär, wenn vermeintlich Unschuldige an Menschenfresser im amerikanischen Niemandsland geraten. Regisseur Johnny Tabor bemüht sich zwar um eine trostlose Atmosphäre, doch Spannung vermag er nicht zu erzeugen.
Sommer 1974: Fünf Freunde um Kriegsveteran Jude sind in der Einöde von New Mexiko unterwegs, als Jill an einer Raststätte spurlos verschwindet. Zunächst konfrontieren sie die Biker um ihren Anführer Mickey, doch als sie in einer Geisterstadt landen, treffen sie auf die wahren Übeltäter…
Die Mischung aus Road Movie und Terror überzeugt in den wenigsten Belangen: Die Figurenzeichnungen tendieren gegen Null, ein Sympathieträger ist schwerlich auszumachen und obgleich die karge Ausstattung mit Westernstadt und maroden Requisiten einigermaßen Stimmung aufkommen lässt, will sich kaum ein Mitfiebern einstellen.
Dabei ist die Konfrontation mit den Bikern nicht unspannend aufgezogen, zumal an der Raststätte tatsächlich keine weiteren Personen anwesend waren und bestimmte Bemerkungen einen mehr als deutlichen Verdacht suggerieren. Im verwaisten Wüstenkaff angekommen, könnte der Terror direkt loslegen und nachdem ein Junge mit Jutesack auf dem Kopf für einen Moment ein unwohles Gefühl erzeugt, hält sich der Schrecken nachfolgend in Grenzen.
Entscheidend hierfür ist ein deutlicher Mangel an Konfrontationen und der ausbleibende Hintergrund der Kannibalen, welche in der menschenleeren Gegend schätzungsweise häufig hungern müssen. Zwei, drei Gewalteinlagen, teils mit nicht so überzeugender CGI angereichert, sind kaum der Rede wert und auch im letzten Drittel wird das Tempo nur geringfügig angehoben, während ein Showdown mehr oder minder ausbleibt.
Darstellerisch wird immerhin ein passables Niveau erreicht, die Kamera bringt ein paar gelungene Perspektiven aus Beobachtungswinkeln ein und der zurückhaltende Score geht in Ordnung. Doch die stummen und vermummten Gestalten in schwarzweißen Anzügen schüren derweil kaum Grauen, - zu selten tauchen sie auf und bringen somit zu wenig Präsenz ins Spiel.
Darüber hinaus nervt die Einfältigkeit der vermeintlichen Opfer, welche immerhin mit zwei Schusswaffen ausgestattet sind, diese jedoch in grundlegend falschen Situationen einzusetzen versuchen.
Die Kulissen sind gut gewählt, Outfits und Fahrzeuge passen ebenfalls in die Zeit, der Rest verläuft uninspiriert, kraftlos und kaum spannend.
Die Bedrohung bleibt vage und austauschbar, Gewalteinlagen bilden Mangelware und es fehlt insgesamt deutlich der Drive, um mehr als nur beiläufig gesichtet zu werden.
Eher ein Langweiler.
3,5 von 10