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„Diamond Cut Diamond“ setzt „Queens Messenger“ fort, übertrifft diesen etwas, doch zur oberen B-Klasse reicht es dann doch nicht.
Im Zentrum der Geschichte steht erneut Anthony Strong (Gary Daniels) von der britischen Spezialtruppe SAS. Um zu beweisen, dass Strong immer noch der toughe Elitesoldat ist, darf er (wie könnte es im B-Film anders sein?) bei einer Übung zu Beginn seine Qualitäten beweisen und mit nur einem Kumpel eine ganze SAS-Einheit überrumpeln. Also alles andere als innovativ, aber als Actionappetizer für Genrefans gelungen.
Erneut soll Strong für Königin und Vaterland eine wichtige Botschaft überbringen, dieses Mal an den Präsidenten eines kleinen krisengebeutelten Staats in Südafrika. Außerdem soll er auf dem Wege gleich noch Monica Schiller (Eva Habermann), eine deutsche Freundin des englischen Botschafters mitnehmen. Frau Habermann redet im Originalton dann auch hin und wieder deutsch, meist wenn es ans Fluchen geht.

In Südafrika haben Strong und seine Begleiterin umgehend Karl Wolf (Nick Boraine) und seine Söldnertruppe am Allerwertesten kleben, die sich an den Diamanten des Landes bereichern wollen. Welche Rolle Strong, seine Botschaft und Monica darin spielen, muss der SAS-Agent aber noch herausfinden…
Allerdings findet Strong das ziemlich schnell heraus, denn wie so viele B-Filme liefert ein „Diamond Cut Diamond“ keine sonderlich innovative Geschichte. Bereits kurz nach Strongs Ankunft erfährt man quasi alles Wissenswerte, lediglich die Identität des obligatorischen Verräters in den eigenen Reihen ist dann noch zu klären, aber auch da ist die Lösung zumindest teilweise vorhersehbar. So fehlt es „Diamond Cut Diamond“ über weite Strecken an Spannung, zumal die erste Hälfte noch damit vergeht, dass sich Monica und die Reporterin Kirsten Lee (Francoise Yip) um Strongs Gunst zanken. Das ist zwar mit etwas Augenzwinkern gemacht, stört in einem B-Actioner aber eher.
Auf der anderen Seite mangelt es „Diamond Cut Diamond“ dann auch ein wenig an Action. Nach dem Auftakt und einer Karambolage in einem Parkhaus passiert in der ersten Hälfte kaum etwas, erst in der zweiten Hälfte klotzen dann eine Kidnappingaktion inklusive Verfolgungsjagd und der Showdown wieder ran. Inszenatorisch ist das Gemenge aus Shoot-Outs, Fights und Verfolgungsjagden jedoch tadellos, der gelegentliche Einsatz von Wirework nervt nicht, wenngleich man hier nicht auf die Kunstfertigkeit eines Isaac Florentine hoffen darf. Gary Daniels zeigt wieder ein paar seiner spektakulären Moves, darf aber nicht so häufig kämpfen wie in anderen seiner Filme.

Eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorgänger ist allerdings die Optik. „Diamond Cut Diamond“ sieht nach wesentlich mehr Knete aus als der erste Teil und so sind dann es in erster Linie die innovationslose Story und die Anhäufung von Klischees sowie Unglaubwürdigkeiten, die von der B-Klasse des Werkes zeugen. Doch die Inszenierung ist wirklich schick, sieht recht edel aus und bügelt zumindest Teile der inhaltlichen Schwächen aus.
Gary Daniels präsentiert sich zudem gut gelaunt in der Hauptrolle und beweist mal wieder, dass er zu den sympathischsten und besten B-Mimen gehört. Eva Habermann ist halbwegs OK, wenngleich ihr extremer deutscher Akzent im O-Ton echt schlimm. Weniger Screentime hat Francoise Yip, wenngleich sie Frau Habermann schauspielerisch ganz easy in die Tasche steckt. Fiesling Nick Boraine hingegen hat null Ausstrahlung und ist einer der Schwachpunkte von „Diamond Cut Diamond“.

Unterm Strich bleibt passables B-Futter für den Genrefan, dass es leider etwas zu wenig krachen lässt. Die Inszenierung ist schick, die Story hingegen wenig innovativ, so bleibt dann dank der vorhandenen Action Mittelmaß, aber es wäre mehr drin gewesen.

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