Review

„Meine Mutter hat meinen Bruder gegessen! Sie hat so was noch nie vorher gemacht!“

Beim Regiedebüt und lange Zeit einzigen Film des US-Amerikaners James Aviles Martin aus dem Jahre 1988, „Flesh Eating Mothers“, bekommt man es mit einer Horror- bzw. Splatterkomödie auf Semi-Amateurniveau zu tun.

Wieder einmal ist eine US-amerikanische Kleinstadt Schauplatz des Schreckens: Harm- und arglose Hausfrauen und Mütter werden von einem unbekannten Virus infiziert, der sie zu fleischfressenden Ungetümen macht, die sich mit Vorliebe auf die eigenen Ehemänner und Kinder stürzen. Detective Clyde McCormick (Mickey Ross) und die Jugendlichen des Ortes versuchen verzweifelt, der Bedrohung Herr zu werden…

In der starke parodistische/satirische Züge aufweisenden Horrorkomödie werden die mutierenden Mütter als Opfer von häuslicher Gewalt und allgemeinem männlichem Chauvinismus dargestellt. Dies geschieht auf eine überzeichnete Weise, die zunächst den Anschein emanzipatorischer weiblicher Rachegelüste erweckt, später aber mit seiner „Moral“ derart übertreibt (Fremdgeher werden radikal bestraft), als würde man sich über eben jene lustig machen wollen. Laiendarsteller spielen sich eher ungelenk durch die Szenerie, die viele „Spezialeffekte“ bietet, in denen die Gewalt außerhalb des Bilds stattfindet und Kunstblut gegen Wände oder Gegenstände gespritzt wird. Der tatsächliche Splatter-Gehalt ist gering und lockt heutzutage kein Splatter-Kid oder Gore-Bauern mehr hinter der Fleischtheke hervor. Nach einiger Zeit bekommt man eine wahrhaftig gruselige Szene zu Gesicht, als eine der Mutter sich im Gesicht plötzlich verändert und eines fieses Gebiss offenbart. Später wird dann mehr mit solchen Masken gearbeitet, was nicht schlecht gelungen ist. Witzige Details sind beispielsweise ein animierter Pacman unterm Mikroskop sowie manch alberner Dialog, was beweist, wie wenig ernst sich der Film selbst nimmt. Das hat natürlich zur Folge, das „Flesh Eating Mothers“ lediglich an der Oberfläche umherkrebst und zu keiner Sekunde ein derartiges Szenario glaubhaft oder stimmig vermittelt. So wird er mit zunehmender Spieldauer dann auch trotz „großem Finale“, das so groß gar nicht ist, ein bisschen langweilig, fehlen Spannung und Pepp.

Eine lustige Idee, die technisch unterdurchschnittlich umgesetzt wurde. Für Freunde freiwilligen Horrortrashs, die auch vor Amateur-Produktionen nicht zurückschrecken, dürfte das sicherlich etwas sein, alle anderen werden blöd aus der Wäsche und manch einer lieber „Desperate Housewives“ gucken. Die schlechte deutsche Synchronisation setzt dem Ganzen übrigens die Krone auf.

„Warum warst du heute Nachmittag nicht beim Frauenvereinigungstreffen?“ – „Franky wollte das nicht – er sagt, das sei was für Lesben!“

Details
Ähnliche Filme