Aufgrund klimatischer Veränderungen kommen die Einschläge scheinbar näher und mittlerweile sind in unseren Breiten auch mal kleine Windhosen zu beobachten, die in den USA als Tornados weitaus häufiger vorkommen, wie „Twister“ anno 1996 zu veranschaulichen suchte. Dessen Effekte mit fliegenden Kühen sehen bis heute noch um Welten besser aus als das, was Regisseur George Erschbamer da zusammengeschustert hat.
Eigentlich wollten die vier Umweltaktivisten um Scott (Caspar van Dien) nur ein Banner an einem großen Tank anbringen. Doch kurz darauf explodiert eine Bombe und entfacht einen Feuertornado, der unaufhaltsam auf LA zusteuert. Scott und sein Gefolge ist fest entschlossen, dieses zu verhindern…
In Sachen Tempo und Bewegung lässt sich der preiswert produzierte Stoff nicht lumpen und setzt binnen weniger Minuten ein turbulentes Abenteuer in Gang. Auf physikalischer Ebene sollte besser nicht allzu viel hinterfragt werden, denn kleine Feuerteufel kommen bereits eher selten vor, noch seltener sind Feuertornados und undenkbar sind solche, die über mehrere Stunden wüten, hübsch auf der Straße bleiben, ab und an unsichtbar untertauchen, um dann mit Feuerbällen um sich zu ballern.
Gut und Böse sind natürlich sogleich etabliert und weil ein dubioser Umweltkonzern mitmischt, schickt der auch gleich seine schwer bewaffneten Schergen aus, die mit ihren MGs rein gar nichts treffen, - weder Personen aus 30 Metern Entfernung und auch kein Fahrzeug aus zehn Metern. Derweil findet Caspar Zeit, behände einen Baum zu erklimmen, weil dort oben eine Mutter in eine Notlage geraten ist, wie auch immer sie dorthin geriet.
Ein paar Opfer gibt es auch und obgleich stets genügend Zeit bleibt, der Feuerhose auszuweichen, werden sie erbarmungslos in die hitzige Höhe gezogen. Ob das ein Laubsammler oder ein paar religiöse Fanatiker sind. Einigen Kollateralschaden richtet die wirbelnde Monstrosität schließlich in Form einstürzender Neubauten an, was immerhin okay gestaltet wurde. Ganz im Gegensatz zur titelgebenden Bedrohung, die phasenweise wie eine Zeichentrickerscheinung aussieht und stets dicke, schwarze Ränder aufweist, um sie anhand der fetten Abgrenzung besser in die Landschaft zu projizieren.
Trotz klobigem Greenscreen geht es auf einer Kirmes recht turbulent zu und einige wenige Gewalteinlagen sind ebenfalls auszumachen. Doch auch hier sollte man physikalische Begebenheiten nicht genauer durchleuchten, wenn jemand von einem senkrecht herabfliegenden Ast durch den Bauch getroffen wird. Selbst eine brennende Axt wurde per CGI realisiert und Schlägen mit einem Golfschläger haften ebenfalls rote Computerpixel an.
Mit zunehmendem Alter entfernt sich van Dien immer mehr von der A-Riege Hollywoods und scheint sich vermehrt für simplen Trash zu interessieren, - immerhin fungiert er hier als Produzent. Seine Figur legt er indes angenehm augenzwinkernd an und auch die übrigen Mimen wissen um den cineastischen Humbug und performen zumeist ausgelassen drüber.
Folgerichtig ist die krude Story mit unzähligen Kontinuitätsmängeln und zahlreichen Unwahrscheinlichkeiten ein reiner Partyfilm für Gleichgesinnte, die bei jedem schlechten Computereffekt zum Schnapsglas greifen und nach zwanzig Minuten völlig hacke sind.
Nüchtern geht es auch, doch dann fallen die miesen Effekte stärker ins Gewicht.
4 von 10