"Der Shit is Dope, Nigga!" - das gilt nicht nur für das titelgebende Album der N.W.A., sondern auch für den Film an sich!
Jetzt könnte man meinen, "Straight Outta Compton" wäre eine Filmbiografie für Fans und Kenner der Hip-Hop-Szene, die den Aufstieg und Werdegang der "Erfinder des Gangster-Rap" auf der Leinwand erleben wollen - aber weit gefehlt! Ich habe von Hip-Hop so gut wie keine Ahnung und war die 147 Minuten Laufzeit (was ganz schön viel sein kann beim falschen Film) gebannt von dem, was Regisseur F. Gary Gray da mithilfe großartiger Darsteller sowie glaubhafter Schilderungen von Zeit und Ort der Handlung geschaffen hat.
Compton, ein Vorort von L.A., zählte und zählt noch immer zu den gefährlichsten Städten der USA. Das Lebensgefühl und die Probleme, zu denen auch die Polizeigewalt gegen Schwarze gehört, verarbeiten die Mitglieder der Crew, zu denen u.a. Ice Cube, Dr. Dre und Easy-E gehören, in ihren Songs. Einen Schwerpunkt legt der Film auf "Fuck tha Police", der zu einem der größten und umstrittensten Hits wurde. Schnell wird klar, wie aktuell der Film gerade in Bezug auf dieses Thema ist und wie wenig sich tatsächlich getan hat, denkt man an Ferguson, Sandra Bland und die vielen anderen Fälle, die in der letzten Zeit Schlagzeilen gemacht haben.
Was ich als Nichtkenner der Bandgeschichte schlecht beurteilen kann, ist, wie gerecht der Film der "ganzen Geschichte" der N.W.A. werden kann in 147 Minuten. Dass da Abstriche gemacht werden müssen, liegt auf der Hand. Aber außer Frage steht für mich, dass es gelungen ist, eine Vielzahl von Entwicklungen sehr gut zu veranschaulichen: so erlebt man das Vorgehen der Plattenfirmen, den Streit um geschäftliche/finanzielle Regelungen, die Begleiterscheinungen des Erfolges, die Entfremdung der Bandmitglieder, die eigentlich gute Freunde waren und sich als "Brüder" sehen. Zudem werden die weitreichenden Folgen ihres Erfolges deutlich - man begegnet "alten Bekannten" wie Snoop Dog, Tupac oder auch Eminem, die es ohne die N.W.A. wohl nicht gegeben hätte. Außerdem hat man einen Schwerpukt auf die Schilderung der individuellen Werdegänge der drei zentralen Köpfe der Crew gelegt.
Nicht unerwähnt soll bleiben, dass der Musik der Jungs ausreichend Raum gegeben wird - und die ist wirklich gut bzw. ist der "Shit echt Dope", wie die Jungs wohl selbst sagen würden.
Da Film und Musik auf der großen Leinwand einfach richtig gut rüberkommen, empfehle ich unbedingt den Gang ins nächstgelegene Lichtspielhaus!