In einem kleinen, verschlafenen Städtchen killt sich ein maskierter Gärtner mit Kriegstrauma fidel durch die Nachbarschaft…
Uh yeah, „Nachts kommt Charlie“ – einer meiner liebsten Kindheitserinnerungen. Ob ihr’s glaubt oder nicht, aber nach dem hab’ ich als Dreikäsehoch immer Ausschau gehalten, wann er denn mal wieder im Nachtprogramm versteckt über die mitternächtliche Mattscheibe flimmert. Der war für mich mal „der brutalste Film aller Zeiten“ und ich war mir sicher, krassesten Splatter vorliegen zu haben, und das nur weil hier mal ne Kehle blutig durchtrennt wird und ein loser Kopf durchs Bild kullert.
Tjaja, die Jahre vergingen, Pro7 hat die Rolle wahrscheinlich bei irgendeiner Betriebsfeier als Luftschlage verwendet, …doch mir ging der gute Charlie einfach nicht aus dem Kopf. Die Erinnerung an seine Gräueltaten war zwar schon ziemlich verwaschen, doch mittlerweile war ich der festen Überzeugung, hier eine wahre Offenbarung in Sachen Trash vorfinden zu können.
Der Plan ganz klar: das alte Tape musste her. Ich also rein in die hiesigen Internet-Auktionshäuser und das Teil nach gar nicht mal allzu langem Suchen ausgebuddelt.
Und… mein Gespür hat mich nicht im Stich gelassen:
Gott, ist der schleeeeeeecht!!! Die Akteure sind pothässlich, absolut unansehnlich und wohl aus Pappmaschee gezimmert, …jedenfalls lässt ihre Mimenvielfalt darauf schließen. Die Story – wahnsinniger Gärtner slashert sich durch die Nachbarschaft, ein ehemaliger Vietnam-Kollege imitiert sein Spiel und wird von der Polizei hopsgenommen, aber Charlie ist der wahnsinnigere Killer… - ist so langweilig, hirnrissig und strunzdämlich, dass man es kaum in Worte fassen kann.
Doch „An-den-Kopf-fass-Grund“ Numero Uno ganz eindeutig die brachial in die Hose gegangene deutsche Synchro, für welche man wohl zwei oder drei Valium süchtige Legastheniker angeheuert hat, die dann – ohne Punkt, Komma und Betonung - alle Rollen runternuscheln.
Objektiv gesehen kann man wahrlich kaum was Positives über diesen Streifen sagen. Einziger Lichtblick in diesem Jammertal sind der stumme Latzhosen-Killer Charlie – ein tölpelhafter und gänzlich untalentierter Aushilfs-Jason, der die Köpfe seiner Opfer in einem Leinensack sammelt – und das hohe Maß an unfreiwilligem Humor, welcher hier mit jedem Dialog mit rüber schwappt.
Ansonsten ist „Nachts kommt Charlie“ aber eindeutig ein Slasher zum Abgewöhnen: Saublöd, pisslangweilig und gänzlich blutleer… tja, aus heutiger Sicht sieht vieles anders aus.
Wer allerdings ein Herz für kleine, unbedeutende B-Slasher-Scheiße aus der Blütezeit des Genres, den 80ern, übrig hat, der kann schon mal einen vorsichtigen Blick riskieren.
Alle andern sollten aber tunlichst die Finger von dem Ding lassen!
Fazit:
Ein Badmovie mit Sympathiewert. Ich mag ihn immer noch…