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Der im vergangenen Sommer an Krebs verstorbene Autor und Regisseur David A. Prior bescherte Filmfreunden eine Menge Trash, jedoch auch einige unsägliche Gurken.
Mit "Gnadenlose Rache" wollte er offenbar ein wenig auf den Spuren von "I Spit on Your Grave" wandeln, doch die schwache Dramaturgie und die kraftlos aufgezogene Geschichte ersticken jedes Mitfiebern im Keim.

Als Sherrie und ihr Freund Brian nicht vom Zelten zurückkehren, macht sich ihre Mutter Victoria auf, nach den beiden zu suchen. Die ehemalige Geheimagentin stößt dabei auf merkwürdige Provinzfiguren, die Menschenjagd als Hobby betreiben...

Prior trommelte für seinen Rachethriller ein paar halbwegs bekannte Gesichter der 80er und 90er zusammen, doch Mimen wie Lisa Langlois ("Ab in die Ewigkeit"), Mark Rolston ("Die Verurteilten"), oder Vernon Wells ("Mad Max 2") werten das Treiben kaum bis gar nicht auf. Im Gegenteil: Eric Roberts bekleidet eine Nebenrolle als Mafiaboss und spielt für ein paar Minuten seine Coolness aus, doch für die eigentliche Geschichte ist seine Figur völlig ohne Belang. Mit der eigentlichen Heldin wird man indes kaum warm, denn der mangelt es, bis auf wenige Szenen im letzten Drittel am entscheidenden Enthusiasmus.

Überhaupt wird hier alles ein wenig auf Sparflamme gebrützelt: Die fünf Jäger hegen zwar durchweg böse Absichten, präsentieren sich jedoch nur in Ansätzen fies und unberechenbar, wogegen die potentiellen Opfer rasch und schmerzlos ausgeschaltet werden. Konstruiert wirkt die Situation allemal, denn offenbar wollten die Jäger endlich eine gleichwertige Gegnerin, was diese bei der Ankunft von Sherrie und ihrem Freund noch gar nicht ahnen konnten.
Dagegen handeln der örtliche Deputy und eine traumatisierte Ärztin schlichtweg irrational, beziehungsweise inkonsequent.

Obgleich ein paar handgemachte Gewalteinlagen auszumachen sind, bleiben Folterszenen außen vor und auch der erwartete rüde Umgangston bleibt aus. Die Bösen treten nicht energisch genug auf, der Rächerin fehlt derweil die Entschlossenheit trotz einiger tödlicher Eingriffe. Pfeil im Hals, Kehlenschnitt, Beinbruch und Machete im Hals sehen okay aus, wirken in ihrer Darbietungsweise allerdings ein wenig altbacken.

Gleiches gilt für die Verpackung, zumal die hölzernen Dialoge, vorgetragen von einer durchweg schwachen Synchro zu keiner Zeit Freude bereiten und dem gesamten Treiben das Herzblut fehlt. Der Score treibt kaum an, die Kamera hält phantasielos drauf, die Lokalitäten fallen wenig markant aus und auch der Kern des Ganzen in Form von Vergeltung will nie so recht packen. Die dazugehörigen Kampfeinlagen fallen maximal zweckdienlich, über weite Teile jedoch eher peinlich und unbeholfen aus, da es auch hier am notwendigen Drive mangelt.

Alles ein wenig beliebig, ein wenig fahrig vorgetragen, ideenlos und ohne Finesse verpackt und vor allem fehlt das Motiv zum Mitfiebern. Darstellerisch noch okay, prallt dieser Rachefeldzug so an einem ab als würde eine Umweltschützerin Blumenpflücker jagen.
3,5 von 10

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