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Morgan Freeman spielt einen Fürsten, dem Ehre und Grundsätze noch etwas bedeuten. Daher verscherzt er es sich mit einem Minister vom Hof des Kaisers, als er sich weigert, diesem ein Bestechungsgeld zu zahlen. Der korrupte Politiker sorgt daraufhin für die Hinrichtung des sturen Adeligen, die ausgerechnet von dessen treuestem Ritter, gespielt von Clive Owen, ausgeführt werden muss. Der sinnt daraufhin auf Rache. Ein schwieriges Unterfangen, weil sich der Minister nicht nur hinter breiten Mauern verschanzt, sondern sich auch noch mit einer kleinen Privatarmee umgibt.

Die prominente Besetzung sollte im Fall von „Last Knights“ nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich eher um ein B-Movie handelt. Wer sich von diesem an das Mittelalter angelehnten Historiendrama bildgewaltige Landschaftsaufnahmen und monumentale Schlachten erhofft, sollte lieber zu den einschlägigen Filmen von Ridley Scott greifen, als nach diesem in Tschechien gedrehten und in Deutschland direkt auf DVD erschienenen Werk des japanischen Regisseurs Kazuaki Kiriya. Unterhaltsam ist der Film, der nach seiner Produktion über zwei Jahre auf seine Veröffentlichung warten musste, aber durchaus.

„Last Knights“ überzeugt vor allem auf der handwerklichen Ebene. Kiriyas Film ist ordentlich inszeniert und verfügt über ansehnliche Schauplätze, wenngleich die ganz großen Bilder freilich fehlen. Vor allem in der zweiten Filmhälfte, wenn das Mittelalter-Drama in ein Heist-Movie übergeht und die Protagonisten wie in einem Computerspiel zahllose Hindernisse überwinden müssen, um in die Gemächer des Ministers vorzudringen, zieht Kiriya das Tempo an und sorgt für gelungene Unterhaltung. Das zügige Tempo, bei dem kaum Längen aufkommen, ist aber auch bis dahin das große Plus des Films. Lobend zu erwähnen sind aber auch die guten Darsteller, der routinierte Morgan Freeman, der charismatische Clive Owen sowie Aksel Hennie, der ein wirklich fieses Feindbild abgibt. Die Kampfszenen sind dagegen eher durchschnittlich und teilweise etwas unübersichtlich.

So ist „Last Knights“ ein durchaus kurzweiliger Film geworden, ohne den sich die Erde freilich weitergedreht hätte. Der Film lässt nämlich kaum ein Genre-Klischee aus, sodass er kaum nachhaltig im Gedächtnis verbleiben dürfte. Es geht vor allem um Ehre und Rache, wie in so ziemlich jedem Genrefilm, außerdem ist er pathetisch bis zum Anschlag. Anders als bei der Serie „Game of Thrones“, die sich gerade dadurch auszeichnet, dass Kategorien wie Gut und Böse nicht eindeutig verteilt werden, triefen hier die Charaktere, insbesondere der Held und der Bösewicht, regelrecht vor Klischees. Daraus resultiert nicht zuletzt ein hohes Maß an Vorhersehbarkeit, wenngleich „Last Knights“ im Mittelteil zumindest eine clevere Wendung nimmt.

Fazit:
„Last Knights“ ist unauffälliger Durchschnitt, zwar klischeehaft und kalkulierbar, dafür aber solide inszeniert und ordentlich gespielt, zügig erzählt und damit einigermaßen unterhaltsam. Wer den Film nicht gesehen hat, muss sich deswegen aber nicht grämen.

59 %

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