5 Jahre nach einer Familientragödie, bei der Eltern und Geschwister ermordet wurden, sucht Samantha (Jennifer Stuckert) mit einigen Freunden auf der einstigen Familienyacht etwas Zerstreuung. Aber schon kurz nach dem Ablegen verletzt sich eine Bekannte, die mit einem Beiboot wieder an Land gebracht werden muß, sodaß Samantha mit ihrem Ex-Freund Mark (Brian Rife) alleine an Bord auf die Rückkehr der Freunde warten muß. Dann geschehen seltsame Dinge: zuerst stoppt der Motor, dann schließen sich Fenster und Türen wie von Geisterhand, sodaß Mark draußen am Vordeck nicht mehr hineinkommt, während Samantha drinnen eingeschlossen ist. Seltsame Visionen von ihrer ermordeten Familie begleiten die beiden Getrennten, die nur über ein Walkie-Talkie miteinander sprechen können. Als sich abends ein Funkgerät aktiviert und Samantha einen Countdown vorgibt, in dem sie sich einen Finger abschneiden soll, scheint die Situation vollends aus dem Ruder zu laufen...
Nachwuchsregisseur Matt Lofgren, der auch das Drehbuch zu Ghost Boat geschrieben hat, zieht hier eine Mystery-Stimmung auf, die mit der selbständig handelnden Yacht, die ihre beiden Passagiere in Schach hält, dezente Gänsehaut-Stimmung aufkommen läßt. Samantha, die den Countdown verstreichen läßt, schneidet sich danach zum Entsetzen des draußen machtlos zusehenden Mark aber dennoch den Finger ab (was allerdings nur im Off geschieht), um in der nächsten Szene morgens um 8.00 Uhr durch den Wecker aus dem (Luxus-)bett der Yacht geweckt zu werden. Dieses Prozedere mit tagsüber vergeblich auf Hilfe warten (und von anderen Booten seltsamerweise nicht bemerkt zu werden) und dem abendlichen Countdown mit der Anweisung, sich selbst eine Hand, ein Bein, den Kehlkopf etc. zu entfernen, wiederholt sich - schnell dämmert es dem Zuseher, daß hier wieder mal das tägliche Murmeltier grüßt. Mark indes, der stets draußen übernachten muß, verdurstet im Lauf der Zeit - seine mumifizierte Leiche ist neben den in Nachthemden gekleideten Familiengeistern eigentlich das einzige Horror-Element im ganzen Film. Denn die täglichen anbefohlenen Verstümmelungen erledigt Samantha stets im Off - und erwacht dann morgens mit zunehmend mehr Narben, ihre Körperteile hat sie jedoch noch.
Um aus dieser Situation herauszukommen, greift dann eine andere, in Rückblenden gezeigte Handlung ins Geschehen ein, nämlich der Bordsafe des ermordeten Vaters, den sich Samantha seit Jahren zu öffnen bemüht, indem sie hunderte Seiten Papier mit den bisher schon verwendeten Codes beschrieben hatte - eines Tages läßt er sich öffnen. Da der Mordfall seinerzeit nie geklärt werden konnte (auch Samantha war damals verdächtigt worden, da sie neben einem Pflegekind als einzige überlebt hatte) erhofft sie sich vom Inhalt des Safes hierzu eine Aufklärung. Tatsächlich aber findet sie im leeren Safe nur eine Speicherkarte - deren Inhalt läßt den Zuschauer dann mit einer an den Haaren herbeigezogenen Auflösung verwirrt, ja fast schon veralbert zurück. Schade eigentlich, denn eine Stunde lang war der zwar blutleere und mit minimalem Budget gedrehte Mystery-Psycho-Thriller einigermaßen anschaubar, aber dieses blöde Ende läßt das Ghost Boat dann vollends absinken.
Einen weiteren Minuspunkt bekommt das Cover, das im Stile eines auf dem offenen Meer schippernden Geisterschiffs mit Totenköpfen in Horror-Gefilden wildert, in denen es absolut nichts zu suchen hat: Ein recht unverschämter Etikettenschwindel.
Trotz des geringen Produktionsaufwandes der eher beschränkten Handlung wären die ersten zwei Drittel des Films gar nicht mal so übel, dann aber werden die wenigen Fäden nicht wirklich zusammengeführt, stattdessen taucht zum Schluß eine bis dato kaum eine Rolle spielende Figur als Täter auf und das vollkommen unpassende Thema Pädophilie wird auch noch hineingemengt, bis sich dann alles in belanglosem Schwachsinn auflöst. 2 Punkte.