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Home Invasion. An Halloween. Mit Babysitterin.
Da mag aber jemand den Klassiker von John Carpenter, der bereits einige Regisseure dazu veranlasste, ähnlich gelagerte Stoffe abzuliefern. Die kanadische Regisseurin Audrey Cummings liefert ihren ersten Spielfilm in abendfüllender Länge ab und orientiert sich dabei deutlich an Genrevorbilder, traut sich jedoch kaum, die wütende Katze aus dem Sack zu lassen.

Nach einem folgenschweren Fehler auf einer Party ist die siebzehnjährige Kylie gebeutelt, dennoch tritt sie am Halloweenabend einen Job als Babysitterin an. In einem abgelegenen, ländlichen Anwesen verläuft der Abend zunächst ruhig, bis es an der Tür klingelt. Kurz darauf versuchen drei maskierte Gestalten ins Haus einzudringen…

Müsste eine Frau, die soeben mit einem Blowjob beschäftigt ist, nicht merken, wie sie vom Geblasenen mit dem Handy gefilmt wird? Damit gehen die Ungereimtheiten binnen der ersten Minuten los und Hauptfigur Kylie kommt durch diese Aktion nicht wirklich sympathisch rüber und Mitleid hält sich in Grenzen. Der Hauptschauplatz des Landhauses ist allerdings hübsch anzuschauen und auch die zu sittenden Drops nerven nicht allzu sehr.

Als das Katz- und Maus-Spiel schließlich beginnt, überrascht die versierte Kamera, denn so manche Position ist effektiv und das Spiel aus diversen Blickwinkeln fördert zuweilen ein paar taugliche Spannungsmomente zutage. Die Schweinemasken der Eindringlinge sind zwar nicht innovativ, jedoch zweckdienlich, während Kylie bei etwaigen Verteidigungsmaßnahmen auf leere Schubladen trifft, da die Familie in Kürze umziehen will. Und findet sie doch mal einen Baseballschläger, lässt sie diesen im nächsten Moment vor Schreck wieder fallen, - wäre ja auch zu simpel, einfach mal drauf los zu kloppen.

Ohnehin mehren sich im Verlauf kleinere, jedoch auch eklatante Logiklücken und Unwahrscheinlichkeiten, die bei unfähigen Cops und umgeleiteten Anrufen noch längst nicht die Spitze des Hanebüchenen erreicht haben. Die letzten zwei, drei Minuten geraten völlig over the top, schmälern den insgesamt nicht schlechten Gesamteindruck jedoch nur geringfügig.

Denn abgesehen von der missratenen Synchro wird passabel performt, der Score hält sich zwar weitgehend zurück, jedoch vermag das Timing in einigen Momenten zu überzeugen.
Bis auf zwei, drei handgemachte Gewalteinlagen hält sich das Blutvergießen in Grenzen, allerdings wird auch einiges der kreativen Phantasie des Betrachters überlassen.
Innovativ ist das alles beileibe nicht und an Genrevorbilder wie „The Strangers“, „You're Next“ oder gar „Funny Games“ kommt der Streifen in Sachen Spannung und Unterhaltungswert nicht heran, eingefleischte Genrefans könnten dennoch einen vorsichtigen Blick riskieren.
Knapp
6 von 10

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