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How To Become A Horrorfan


In „Goosebumps“ werden die Geschöpfe aus R.L. Stines Büchern und Kopf auf einmal Wirklichkeit - und greifen eine amerikanische Kleinstadt samt Highschoolball an... Von einem unberechenbaren Yeti über eine gruselige Bauchrednerpuppe (die alles rachlustig steuert) bis hin zu gewieften Gartenzwergen - ganz schnell ist der Teufel in all seinen Facetten los und es liegt an dem neu hinzugezogenen Zach (zusammen mit Stine höchstpersönlich), die spooky Wesen wieder in ihre Zeilen zu bannen...

„Horror“ für Kinder bis Jugendliche boomt in den letzten Jahren - von „Scary Stories To Tell In The Dark“ bis „The House With The Clock In Its Walls“. Da konnte man sich als Kind der 80er und 90er wundervoll in alte Zeiten zurückversetzen, da wir von „X-Faktor“ über „Are You Afraid of the Dark“ bis „Creepshow“ definitiv auch durch „Grusel Light“ im klassischen Fernsehen geprägt wurden. Und da dürfen der Name und die Marke R.L. Stine + „Goosebumps“ natürlich nicht fehlen. Und der dazugehörige Kinohit, die moderne Neuauflage und eine Art Restart von 2015, tritt dieses große Erbe bravurös an, hebt das Flair der milden Kindergrusler gekonnt in die moderne Zeit. „Goosebumps“ (2015) punktet mit einem wundervoll passenden und aufgelegten Jack Black, mit einem unnachahmlichen Tempo (ohne dabei zu hyperventilieren) und etlichen klassischen Monstern und Figuren aus den berühmten Geschichten, die für maximale Abwechslung und Action sorgen. Zwar nahezu allesamt nun bestehend aus Pixeln und Bytes - dafür aber sehr hochwertig, dennoch comichaft und hübsch gemacht. Dylan Minnette bleibt etwas blass und nichtssagend als junger Held, das Ganze ist eher als eine Art „Best Of“ zu sehen, ein flotter Abenteuerreisser mit Ghouls, fleischfressenden Pflanzen und viel Fantasie - aber insgesamt wird das Flair, das so viele Filme aus dem letzten Jahrhundert an sich hatten, von „Jumanji“ über „Monster Squad“ bis „Fright Night“, sehr energisch einem gelungenem Facelift unterzogen. Die Faszination und der Fun solcher nächtlichen Monstermashs kommt gut rüber. Auch ohne Masken, Ganzkörperanzüge und Gore. Mehr brauchen angehende, jetzt gerade 8- bis 14-jährige Horrornerds nicht. Ein idealer Absprungpunkt und alles andere als seelenlos. Jetzt bin ich gespannt auf die Fortsetzung, die, wie könnte es auch anders sein, an Halloween spielt... 

Fazit: schwungvoll, mega unterhaltsam, ein sympathischer Grusel-Smackdown für die ganze Familie! „Goosebumps“ ist nahezu perfekt für die Halloweensaison und katapultiert Stines Stories spektakulär ins Jetzt. Für seit 40 Jahren eingefleischte Horrorfanatiker vielleicht eher für den hohlen Zahn. Aber aus Sicht der Zielgruppe: bunt, ballernd und bockstark! 

P.S.: Bonuspunkte auch für den nerdigen Sidekick „Champ“, der mir zuerst gehörig auf die Eier ging, den ich aber viel schneller, viel stärker als gedacht ins Herz geschlossen habe! 

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