kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 30.12.2012
Autobiografisch angehauchtes Debütwerk der Indie-Legende Jim Jarmusch. Mit Off-Kommentar der Hauptfigur untermalt zeigt Jarmusch Insidereindrücke seiner Stadt New York. Der Film beginnt mit raschen Wechseln einer überfüllten Metropole und den ruhigen, menschenleeren Seitengassen hinter den hohen Bauwerken, um letztlich auf der ruhigen Seite zu bleiben und in einem versifften Apartment auf den Protagonisten zu treffen, der sich wie in einem wandelnden Traum wähnt, der niemals zu enden scheint; als Erlösung winkt für den Sohn eines unbekannten Vaters und einer verrückt gewordenen Mutter nur die Auswanderung in ein anderes Land.
Jarmusch gelingt es noch nicht ganz, die bereits sehr episodenhaft wirkenden Einzelszenen (dass es ihn später häufig zum Episodenfilm zog, schlägt sich hier bereits nieder) harmonisch zu arrangieren; oft verharrt er zu lange in einer Sequenz, so dass er Langeweile provoziert, oder schneidet interessante Momente nur kurz an, was wiederum Unbefriedigung erzeugt. Andererseits gelingt es ihm durchaus, verschiedene Fragen aufzuwerfen, und eine gewisse Poesie geht den Bildern der New Yorker Hinterhöfe auch nicht ab. „Permanent Vacation“ ist Jarmuschs mit Abstand am wenigsten ausgereifter Film, aber das Potenzial für die späteren Meisterwerke gibt er immerhin schon zu erkennen.
*weitere Informationen: siehe Profil