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Sex sells? Nicht zwangsläufig. Zwar wäre „Basic Instinct“ ohne den berühmten Beinüberschlag von Sharon Stone nicht ansatzweise so populär geworden, doch anderweitig kommt ein Streifen wie „Pretty Woman“ ohne Nacktszenen aus. Selbigen nahm sich Co-Autor und Hauptdarsteller Michael Doneger als Vorbild für eine romantische Komödie.

Der sexsüchtige Journalist Mitch (Doneger) ist soeben seinen Job los und will sich bei einer neuen Agentur mit einer heißen Story bewerben. Hierfür knüpft er Kontakt mit der Stanford-Studentin Natalie (Lyndsy Fonseca), die als Escortdame unterwegs ist. Die beiden kommen sich näher, was nicht ohne problematische Folgen bleibt…

Im Hinblick auf den Einstieg hätte es eine freche Komödie mit vielen zweideutigen Momenten werden können. Natalie, die sich als Victoria ausgibt, kniet im Hotelzimmer über einem Kunden, der eine Haube mit Babylätzchen trägt. Mit jeder schallenden Ohrfeige wird ihm untersagt, bestimmte TV-Serien zu sehen. Damit ist das Pulver in Sachen Ironie und Satire bereits verschossen, denn weitere Erotikszenen finden sich nicht, auch wenn Titel und Inhalt etwas anderes suggerieren.

Die romantische Komödie liefert viel Beziehungsgedöns, jedoch nahezu null Humor. Bruce Campbell lockert das Treiben zwar mit sanfter Situationskomik minimal auf, doch von pointierten Gags oder zumindest einigen Schmunzlern ist man weit entfernt.
Stattdessen werden reihenweise Klischees präsentiert, primär das übliche Verlaufsmuster von Annäherung, Verlieben, über Streit und Zerwürfnis bis hin zum vermeintlichen Happy End spult die Geschichte ohne jegliche Finesse ab.

In die Tiefe geht der Stoff ebenfalls nicht, obgleich Themen wie Cyber-Mobbing angesprochen werden und die potenziellen Gefahren beim Escort zumindest angedeutet werden. Dass Natalie ohne Agentur völlig allein arbeitet, erscheint genauso unglaubwürdig, wie das Sexleben von Mitch, der nach kurzer SMS sogleich Geschlechtsverkehr mit einer Unbekannten auf einer Toilette hat. Immerhin werden die Hintergründe der beiden desillusionierten Hauptfiguren ein wenig thematisiert, - emotional ergreifend gestalten sich jedoch auch diese Parts nicht.

So plätschert die Erzählung über weite Teile ohne Höhepunkte vor sich hin und es ist ausschließlich Lyndsy Fonseca zu verdanken, dass die Chose nicht gänzlich langweilig wird.
Die Frau bringt viel Charme rüber, hat den einen oder anderen erotischen Blick parat und fährt problemlos sämtliche Sympathien ein. Dagegen wirkt Doneger wie ein Holzklotz, dem jegliche Persönlichkeit abgeht, da er über zwei, drei Gesichtsausdrücke nicht hinauskommt.

So austauschbar wie der Hauptdarsteller kommt die komplette Geschichte daher, welche in ihrer überaus harmlosen und seichten Art nur leidlich zu unterhalten vermag.
Eingefleischte Fans von Romanzen könnten sich eventuell berieseln lassen und einen entsprechend vorsichtigen Blick riskieren, wer es emotional ergreifend oder humorvoll mag, wird in beiderlei Hinsicht enttäuscht.
4 von 10

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