Während wir noch auf Frosch-Haie, Spider-Shark und Lincoln vs. Sharkranha warten, präsentiert uns Sci-Fi eine weitere Variation aus dem Wasser, den Zombie-Hai.
Der ist folgerichtig untot und kann sogar Menschen infizieren, doch all das geschieht leider mal wieder auf Sparflamme in austauschbarem Gewand.
Amber und ihre kleine Schwester Sophie kutschieren mit zwei Freunden zu einer weitgehend verwaisten Touristeninsel, um kurz nach ihrer Ankunft einen vermeintlich toten, arg angeknabberten Hai am Strand vorzufinden. Doch das Ungetüm lebt noch, schnappt sich einen Typen und steckt fortan weitere Haie an, wobei gebissene Menschen ebenfalls zu Zombies mutieren…
Ganze drei Zombies in Menschengestalt sind auf der Insel vorzufinden, - also nichts, um Genrefreunde zu locken. Besser sieht es mit den Zombie-Haien jedoch auch nicht aus, denn diese unterscheiden sich äußerlich nicht von ihren Artgenossen, sind mit preiswertem Plastik unglaubwürdig in Szene gesetzt und werden nur noch von den Flossen unterboten, welche per CGI schlampig aufs Wasser projiziert werden.
Weil Regisseurin Misty Talley zweifelsohne eine Frau ist, werden den Charakteren ein paar emotionale Spitzen eingeräumt, was den Drive allerdings phasenweise arg ausbremst. Die in Sorge befindlichen Eltern der Geschwister nehmen überhaupt nicht aktiv am Geschehen teil und die vagen Philosophien eines definitiven Opfers erleuchten auch kaum. Selbst die ursprünglich humanen Beweggründe einer Forscherin interessieren nicht, da das Militär eh nur Blödsinn verzapft und am Ende eben mutierte Haie dabei herum kommen.
Die passable Kamera und der solide Schnitt täuschen nebst einem okayen Score nicht darüber hinweg, wie wenig Augenzwinkern und relativ viel Ernsthaftigkeit mitschwingt, was so einem Projekt nicht wirklich gut tut. Überhaupt kommt die Action merklich zu kurz, Gegenwehrmaßnahmen mit handelsüblichen Waffen wie Rasentrimmer werden kaum ausgereizt, wogegen die Anwendungen per Handgranate und Raketenwerfer mithilfe von CGI dilettantisch aussehen. Im Gewaltbereich gibt es zwar abgetrennte Beine, Enthauptungen und einen abgetrennten Arm, doch auch das schaut gleich auf den ersten Blick nach billigem Latexklumpatsch aus und rechtfertigt locker eine FSK16.
Die weitgehend unbekannten Gesichter (nein, nicht die der Haie, denn Hauptgegner Bruce trägt immerhin eine Harpune im Body) performen noch okay, manche auch etwas daneben, die Lokalitäten sind zumindest nett anzuschauen und mit Portier Lester sind immerhin minimale Aufheiterungen in Form blöder Sprüche und noch blöderer Gesichtsausdrücke zu verzeichnen.
Das maximiert den Unterhaltungswert allerdings kaum, denn obgleich das passable Tempo gegen Ende ein wenig Suspense schürt, mutet der Mittelteil aufgrund zuviel Blabla eher dröge an. Die Effekte sind größtenteils unter aller Sau, logische Schlussfolgerungen fallen einem undurchdachten Drehbuch zum Opfer und am Ende ist das Werk nicht trashig genug, um über die volle Laufzeit von eigentlich knackigen 85 Minuten zu amüsieren.
Da möge „Sharknado 4“ wieder etwas mehr Mut zum Grotesken ins Spiel bringen…
4,5 von 10