kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 02.03.2013
Mikrosozialstudie in Selbsttherapie - der im Vergleich mit den Nachfolgejahrzehnten immer etwas nachdenkliche, melancholische Teeniefilm der 80er wird in "Breakfast Club" auf seine blanken Knochen reduziert und erlebt hier seine totale Entblößung. Eine leere Schule dient als Schauplatz; schnelle Wechselwirkungen werden somit aus der Gleichung gezogen. Übrig bleibt der Schüler mit seinem Spiegelbild. Er reflektiert das, was man in "Breakfast Club" nicht sieht, wohl aber in vielen anderen Filmen der damaligen Zeit - das Sozialsystem Schule und die Klassifizierung von Einzelnen durch Lehrer und Mitschüler im schulischen Alltag. Als diese fünf Musterbeispiele ihrer Art, vom Nerd über den Freak bis zum Sportler, im engen Kreis darüber nachdenken, warum sie von der Gesellschaft in Rollen gezwängt werden, lässt John Hughes das nie affektiert wirken, sondern nutzt die aufkeimende Selbsterkenntnis dazu, seinen Film zu einem der vielschichtigsten Vertreter seiner Gattung zu machen.
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