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Don't You (Forget About Me)...

Ein Spitzenfilm, der nur im Abgang leicht schwächelt. Fünf Schüler einer High-School in Illinois werden dazu verdonnert, am Samstag neun Stunden lang in der Bibliothek nachzusitzen & einen Aufsatz zu schreiben, unter der Aufsicht des strengen Lehrers Richard Vernon (Paul Gleason). Das Quintett, das sich untereinander kaum kennt, bedient (auf den ersten Blick) sämtliche Klischees.

Da ist die Sportskanone Andrew (Emilio Estevez), die hübsche "Prinzessin" Claire (Molly Ringwald), der Streber Brian (Anthony Michael Hall), die "verrückte" Außenseiterin Allison (Ally Sheedy) sowie der Rebell John (Judd Nelson), den eine kriminelle Aura umgibt. Da sie eine Zeitlang in dem großen Raum festsitzen, müssen sie sich wohl oder übel miteinander beschäftigen. Es folgen Unterhaltungen & Streitgespräche, Sticheleien & Wutausbrüche, Beichten & Offenbarungen, wo die Jugendlichen Einblicke in ihr Seelenleben gewähren & feststellen, dass sie gar nicht so verschieden sind.

Die große Stärke des Films sind die Figuren (& ihre tollen Darsteller), die weit komplexer sind & wesentlich mehr Tiefe besitzen, als es zunächst den Anschein hat, sowie das starke Drehbuch, das ihnen tolle Dialoge in die Münder legt. Es ist spürbar, dass Hughes die Jugendlichen sehr ernst nimmt. Er hat sich mit ihnen auf Augenhöhe auseinandergesetzt & er verzichtete weitgehend auf komische Übertreibungen, was ihnen eine Lebensnähe & Glaubwürdigkeit verleiht, die im Genre eher selten ist.

Das fühlt sich einfach ehrlich an, so wie sich die Figuren echt anfühlen. Bisweilen wird es unangenehm & auch schmerzhaft, dann aber auch wieder witzig oder emotional, man denke da an Estevezs Monolog, der mir Gänsehaut beschert hat. Lediglich zum Ende hin schlägt Hughes einen Weg ein, der mir persönlich etwas zu konventionell ist. So schön die Veränderungen & Annäherungen auch sind, da ist wohl der Optimismus ein wenig mit ihm durchgegangen.

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