Review

Als ihre Nichte Katie plötzlich ums Leben kommt, muss sie erfahren, dass 3 weitere ihrer Freunde zur gleichen Zeit ums Leben kamen. Gerüchte gehen um, dass ein totbringendes Video, der Auslöser sein kann und das nach dem Betrachten des Filmes von einer jungen Kindesstimme eine Frist von 7 Tagen verkündet wird. Als die junge Mutter nach den Dingen recherchiert und selbst das Video betrachtet, erhält sie die selbe unheilvolle Nachricht. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. 7 Tage, in der sie alles erdenkliche versucht ihr Leben, das ihres Freundes und ihres Sohnes zu schützen und den Fluch des Videos zu brechen.

Milde gesagt, ist es eigentlich nahezu unnötig ein weiteres Review über diesen Film zu verfassen. Nahezu jeder geneigte Horrorfilmfan kennt das US-Remake des als Geheimtipp geltenden Ringu aus Japan. Deshalb werde ich nur in Ansätzen auf den Film eingehen, der wie ein leiser Donnerhagel auf einen losgelassen wird. 5 Minuten bebenden Wahnsinns, in denen man erwarten könnte, einen weiteren Teenieslasher vor sich zu haben. Von der Selbstauslösung des Fernsehers bis hin zum mysteriösen Tod Katies. Nervenkitzel und grandioses Filmtempo pur. Danach begibt sich der Film in nahezu dramatische Gefilde, in denen der Film mit all seiner Bildgewaltigkeit fesselt. Klar, Ring ist nichts weiter als ein wild zusammengeschusteter und auf mysteriös getrimmter Thriller, aber eben sind es jene Bilder und Stilmittel die zu packen wissen, vorallem wenn es dabei auch deutlich sinnbildlich vor sich geht. Ob das jetzt das ohnehin schon unheilvolle, vor Morbidität ausstrahlende Videoband ist oder eben jene alptraumhafte Szenarien an der einsamen Waldhütte mit dem scharlachroten Ahorn auf der Hügelspitze. Szenen, die einfach tadellos begeistern und aufgrund ihrer Ausdrucksstärke Gänsehaut verursachen. Die junge Mutter ist auf einer Alptraumfahrt menschlicher Konflikte und Tragödien, zwischen Missgunst und tragischen Umständen. Das es dabei lediglich um den kläglichen Hilfeschrei eines rastlosen Kindes geht, dessen Mord ungeklärt zu sein scheint, ist dabei nebensächlich. All jene Hinweise und Wegbeschreitungen der jungen Mutter machen die ganze Chose interessant, auch wenn einige Hinweise und mysteriöse Indizien zu wahllos aus der Luft gegriffen sind. Ohnehin ist hier mal wieder vieles wahnwitziger, surrealistischer Geistermumpitz, der nur zu oft erkennen lässt, dass man mit The Ring einen auf total aufgeblasenen Geisterhorror vor sich hat. Sei es drum, The Ring ist fesselnd, grotesk, atmosphärisch und begeistert mit einer gut inszenierten Geschichte.

Fazit:
Mächtigst wirkender Film, der in all seiner Form zu gefallen weiss. Herrlich morbid anmutende Bilder, in all ihrer Ausdruckskraft mehr als beklemmend. Ein leiser Horrorfilm, der aber stellenweise nicht verstecken kann, wie schrecklich banal er doch ist.

77%

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