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Auf einem feindseligen Planeten verliert der kleine Piel seine Eltern. Mit letzter Kraft händigt ihm sein sterbender Vater ein Funkgerät aus, über das ein Freund ihn in Sicherheit lotsen soll; doch am anderen Ende des Kanals mischt sich ein Schuft ein, der an Piels Rettung keinerlei Interesse hat…

Ein Klassiker des europäischen Zeichentrickfilms, dessen starker Einstieg eine beinahe unwiderstehliche Sogkraft entwickelt: So gekonnt wie hier hat selten ein Film an die universelle Kindheitserfahrung angeschlossen, sich jäh in eine unverständliche Welt voller Tücken und Wunder geschleudert zu finden. Leider lässt es der Film geschehen, dass Piel im Verlauf des Abenteuers immer mehr zum passiven Weisungsempfänger wird – eine merkliche Spannungsbremse und eine betrübliche Absage an das kindliche Recht auf Eigeninitiative. Die Zeitschlinge, auf die das Abenteuer hinausläuft, verschärft die Parole noch: Es ist ratsam, auf die Stimmen der Erwachsenen zu hören, denn ohne sie bist du verloren, und wenn du erst einmal erwachsen bist, wirst du sie verstehen und selbst wie sie sprechen. Nicht einmal die niederträchtigen Zwischenrufe des Schuftes darf Piel selbst entlarven. Allzu einfach auch die Idee, dass schlechte Gedanken am Geruch zu erkennen sind und Faschismus mit unbeirrbarer Individualität bekämpft werden kann. So bleibt trotz der faszinierenden Gestaltung und wohlmeinenden Absicht letztlich ein unbefriedigender Eindruck.

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