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Einige Studenten gesellen sich samt ihrem Professor zur Crew des alten Krabbenfangschiffs Harbinger, um zu erforschen, wie sich die globale Erwärmung auf die Wanderrouten von Walen auswirkt. Eine der Studentinnen ist die Tochter des knorrigen Kapitäns Graff (Lance Henriksen).

Im eisigen Meer wird ein altes Wrackteil entdeckt und an Bord gehievt. Während man sich noch um die Bergungsrechte streitet, taut der Inhalt des obskuren Fundes auf. Es sind gefährliche Bio-Organismen, mit denen in den 80er Jahren die Sowjets experimentiert hatten und die nun die Körper der Besatzungsmitglieder infiltrieren.

Was als Hommage an die Creature Features der 80er Jahre verkauft wird, ist streng genommen nichts als dreister Diebstahl. Besonders an Carpenters THE THING hat sich Regisseur Alec Gillis vergriffen. Dazu noch eine Prise ALIEN ... fertig ist der vermeintliche Hit, ... der aber keiner ist.

Schon die handgemachten (eigentlich eine schöne Sache) Effekte sind deutlich schlechter als in den Filmen vor 30 Jahren. Und wie üblich in niedrig budgetierten Streifen beginnt in solchen Momenten die Kamera zu wackeln, die Beleuchtung wird undeutlich und die Tonspur schwillt an. Alles nur, um die Mängel zu kaschieren.

Der Plot bewegt sich im üblichen Rahmen, samt austauschbarem Arsenal von Figuren, incl. einer blonden russischen Agentin, die ihre eigenen Ziele verfolgt ... aber selbstverständlich problemlos entlarvt wird. Genauso mühelos werden die Sprengsätze gefunden und vernichtet, die die Dame im Schiff verteilt hat, um es ins ewige Eis zu befördern. Und es ist auch nach wenigen Filmminuten klar, welche Figur wohl das Geschehen überleben wird.

Das größte Manko von HARBINGER DOWN sind indes die Schauspieler. Lance Henriksen mag bestenfalls ein solider Mime sein, immerhin aber ein Charakterkopf mit Ausstrahlung. Henriksen nun spielt den Rest des völlig indiskutablen Casts dermaßen souverän an die Wand als ob eine Zweitligamannschaft ein Team der Kreisklasse B zerlegen würde. Den Rest erledigt die inkompetente deutsche Synchronisation.

Nur dank der guten Leistung von Henriksen und einiger atmosphärisch überzeugender Bilder kann ich am Ende gerade noch

3/10

Punkten vergeben.

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