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Simon (Jason Bateman) und Robyn (Rebecca Hall) sind kürzlich wieder zurück nach Los Angeles gezogen. Simon arbeitet bei einer erfolgreichen IT-Firma, sie ist freiberufliche Designerin und arbeitet zu Hause. Bei einer Shoppingtour zum Einrichten ihres stylishen Hauses treffen sie zufällig auf einen ehemaligen Mitschüler von Simon namens Gordo (Joel Edgerton). Dieser bemüht sich sichtlich um die Freundschaft zu beiden, wobei Robyn offener ist und dies Simon eher als unbehaglich empfindet. Unaufgefordert sendet Gordo Geschenke an beide, taucht immer tagsüber (wenn Simon im Büro) bei Robyn auf usw. Eines Abends eskaliert die Situation und Simon platzt der Kragen und bricht den Kontakt zu Gordo ab, den er inzwischen, wie in der Schule schon, Weirdo nennt. Gordo entschuldigt sich schriftlich bei beiden, alles scheint friedlich, doch er taucht wieder auf…

Joel Edgertons erster Film (und zudem noch sein eigenes Drehbuch) war für mich wirklich einer der positivsten Überraschungen des Filmjahres 2015. Ein wirklich beunruhigender, spannender Thriller mit hervorragenden Darstellern, mit plastischen Charakteren, keinen Abziehbildern und weitestgehend klischeefrei. Besonders faszinierend war es jedoch, gerade die Entwicklungen und Metamorphosen der drei Hauptdarsteller zu beobachten: das Dreieck Simon – Robyn – Gordo ist dynamisch und ganz gewiss nicht vorhersehbar, denn Simons Beziehung zu Gordo in der Schule birgt auch für seine Frau einige Überraschungen, die vieles von Simons späteren Verhalten erklärt.
Der Film legt viele falsche Fährten, die jedoch nie ins Absurde oder zu sehr Gewollte abgleiten.
Ich will nix spoilern, nur so viel: THE GIFT lohnt sich. Ein Thriller in bester, klassischer Tradition mit einigen extrem gut platzierten Schockeffekten, die einen wirklich überraschen. Ich mag Joel Edgerton schon sehr als Schauspieler, nun hat er mich auch als Regisseur überzeugt. 9/10.

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