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Wenn die Macher der Produktionsschmiede von Roger Corman einmal mehr auf krude Genmanipulationen und Hybriden zurückgreifen, ist der Sharktopus nicht weit. Der bis dato letzte Teil der Reihe ist allerdings ein auffallend lieblos dahin gerotztes Vehikel aus unterirdischen CGI und peinlich gezeichneten Figuren.

Der versoffene Skipper Ray (Casper van Dien) sieht den Sharktopus bei einer Seebestattung, kurz darauf verlangt ein Voodoopriester das Herz jener Kreatur. Derweil befindet sich ein ehemaliger Athlet in der Verjüngungsanstalt einer deutschen Wissenschaftlerin (Catherine Oxenberg), welche es mit der Ethik nicht so genau nimmt, woraufhin eine Mischung aus Wolf und Wal entspringt…

Es ist in hohem Maße bedauerlich, dass die Qualität der Effekte im Vergleich zum Original von 2010 deutlich nachgelassen hat. Der Sharktopus geht mit viel Wohlwollen noch so durch, doch der Whalewolf kommt wie eine knetgummihafte Zeichentrickfigur daher und hätte seinerzeit einen netten Sidekick für Pluto abgegeben. Zwischenzeitlich fallen beide Mutanten aus unerfindlichen Gründen übereinander her und während dieser Szenen offenbart sich das volle Ausmaß der unzulänglichen Ausarbeitungen am Rechner.

Manch einst halbwegs namhafter Mime scheint ebenfalls die Talsohle künstlerischen Schaffens erreicht zu haben. Van Dien fällt als latent Besoffener dem Overacting anheim, während seine Ex Catherine Oxenberg als Mad Scientist nie die Balance aus femme fatale und Hundemutti findet und beides maßlos übertreibt. Interessanterweise heiratete Van Dien 2018 (also rund drei Jahre nach dem Dreh) die Schauspielerin Jennifer Wenger, die hier eine Nebenrolle als nuttig anmutende Krankenschwester bekleidet.

Immerhin kann Sharktopus Landkarten lesen, einen Tentakel als Zahnstocher benutzen und hat einen Twitteraccount (er weiß ja nicht, dass Sharknado bei TikTok die große Nummer ist).
Seine wenigen Bluttaten bleiben leider komplett im Off verborgen, denn nur selten spritzt etwas Opferblut, während die Betroffenen sich quasi in Luft auflösen. Das Finale in einem Baseballstadium fällt ebenfalls unspektakulär aus und unterstreicht die Lieblosigkeit des Projektes.

Denn während der erste Teil noch durch unfreiwillige Komik und einigem Bemühen punktete, finden sich hier oft alberne Mischungen, die kaum zueinander passen wollen und schon allein deshalb kaum unterhaltsam ausfallen. Die Kulisse der Dominikanischen Republik bleibt erschreckend unauffällig und folgerichtig bleibt der Spaß weitgehend auf der Strecke.
3,5 von 10

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