Da ich heute schon eine ausführliche Rezension über ein seriöses Werk verfasst habe, möchte ich zum Ausgleich einige Zeilen über einen kleinen Trashfilm aus den 70ern schreiben.
Der ca. 40-jährige Henry führt ein bemittleidenswertes Leben. Er wohnt noch bei seiner Mutter; er hatte noch nie sexuellen Kontakt mit einer Frau und ist zudem auch noch Willensschwach. Seine einzige Freude besteht darin, kopulierende Pärchen im Park zu beobachten und dabei doof zu grinsen. Eines Tages erwirbt er beim Blumenhändler eine kleine sprechende Pflanze, die die verführerische Stimme einer Frau besitzt. Anfangs füttert er sie noch mit Fliegen, doch das schier unaufhaltsame Wachstum der Pflanze erfordert immer größere Lebewesen: Frösche, Hunde und letztendlich Menschen. Wie der Titel schon verrät, dient Henrys Mutter als erster humanoider Snack für die wachsende Vegetation.
In der Folgezeit wird unser verstörter, aber durchaus sympathischer Protagonist immer mehr Menschen seiner Zucht zum Fraß vorwerfen, bis die weibliche Pflanze ein männliches Pendant verlangt...
"Please Don´t Eat My Mother" ist ein absoluter No-Budget Film. Folglich sollte man als Zuschauer mit einer sehr niedrigen Erwartungshaltung die Playtaste der Fernbedienung drücken. Ausnahmslos alles wirkt billig; daher bestehen die ausgewachsenen Pflanzen offensichlich aus Plastik. Splatter gibt es übrigens in den Fütterungsszenen nicht zu sehen, dafür reichten die Mittel nicht aus.
Man könnte "Please Don´t Eat my Mother" in zwei Kategorien einteilen. Die Hälfte des Films besteht aus Sexszenen, da Henry offensichtlich eine voyeuristische Ader besitzt und diverse Pärchen gerne beim "Akt" beobachtet. Hin und wieder wird in diesem Kontext die Grenze zum Hardcore überschritten, wen ein eindrigendes Glied für den Bruchteil einer Sekunde zu sehen ist. Es handelt sich jedoch um nichts weltbewegendes, so dass eine Einstufung in den Hardcorebereich nicht berechtigt erscheint.
Die zweite Kategorie umkreist die Beziehung Henrys mit seiner Pflanze. In diesem Rahmen entfaltet sich der krude Humor des Films.
Allgemein sollte man ein solches Filmchen nur am Unterhaltungsgrad und an der Komik messen.
Hier eine kleine Kostprobe:
Henry füttert seine Pflanze mit Fröschen. Die Pflanze schreit laut:
"Oh, Frog Me Henry, Frog Me, Frog Me, Frog Meee, pleeeaaassse!!!!!!!"
Na, hat jeder diese Anspielung verstanden?
Fazit
"Please Don´t Eat My Mother" stellt ein kleiner Zeitfüller für zwischendurch dar, den ich mir sicherlich kein zweites mal zu Gemüte führen werde. Dank einiger lustiger Momente und dem abgedrehten Ende verleihe ich dennoch solide 5 Punkte.