Mit "The Walking Dead" wird seit einiger Zeit gerne geworben und wenn die Namen von Comicautor Robert Kirkman und Darsteller Norman Reedus zu lesen sind, dürften sich vornehmlich Filmfans außerhalb des Sci-Fi-Genres angesprochen fühlen.
Das Langfilmdebüt von Christian Cantamessa liefert jedoch nichts außer einer interessant klingenden Prämisse.
Der Einsatz von Nuklearwaffen hat die Erdoberfläche unbewohnbar gemacht, die Luft ist über Jahrzehnte verseucht. So befinden sich einige Individuen in einem Kälteschlaf unter der Erde und werden von Bauer (Norman Reedus) und Cartwright (Djimon Hounsou) überwacht. Durch einen technischen Defekt geraten die beiden in Schwierigkeiten und anschließend in Streit, denn fortan müssen sie sich zwischen dem Fortbestand der Menschheit und dem eigenen Schicksal entscheiden...
Im Grunde ist die Basis für ein dystopisches Kammerspiel ausreichend, ein paar Bilder während der Exposition vermitteln den Ausnahmezustand auf den Straßen, während in den laborähnlichen Räumen Aufzeichnungen mit Interviews des Präsidenten laufen, aus denen hervorgeht, dass das Arche-Noah-Prinzip zum Einsatz kommen soll.
Jedoch leidet die Erzählung unter anderem unter den oberflächlichen Figurenzeichnungen. Der isolierte Zustand macht natürlich beiden Männern zu schaffen, es entsteht zwangsläufig ein Realitätsverlust, woraufhin Konfrontationen entstehen, zumal Gewissen (Cartwright) gegen Egozentrik (Bauer) antritt, was im Verlauf allerdings nur ansatzweise Spannung erzeugt.
Die Reduktion auf zwei nicht wirklich interessante Figuren mit deutlichem Mangel an Individualität ermüdet rasch, das Vorankommen in beengten Räumlichkeiten schürt aufgrund sehr simpler Ausstattung nur selten Atmosphäre, denn zu monoton und aufgeregt werden Ereignisse, trotz zwischenzeitlichen Leichenfundes geschildert. Da hilft der gefällige Score, teils angelehnt an Genre-Klassiker der Achtziger nur wenig und auch die Tatsache, dass zwei engagierte Mimen noch relativ viel aus ihren profillosen Figuren herausholen, kaschiert nur bedingt.
Die Rolle der offenbar nur am Rande erscheinenden Abby (Sandrine Holt) ist früh erahnbar, das Duell zwischen den einstigen Freunden erfährt keinen dramaturgischen Höhepunkt und auch der obligatorische Wettlauf gegen die Zeit unterhält kaum, da Faktoren wie potenziell verseuchte Luft zusehends vernachlässigt und weitere Stationen der Überwachungszentrale relativ beliebig durchwandert werden, wobei genauere Erklärungen des Systems außen vor bleiben.
Von den rund 90 Minuten Laufzeit sind rund 15 Minuten halbwegs interessant zu verfolgen, der Rest bildet oberflächlichen Einheitsbrei ohne Gespür für Suspense und Atmosphäre. Darstellerisch kann da nicht mehr viel entgegengesteuert werden und auch die solide Kamera vermag nicht über die spärliche Ausstattung und die latent vorherrschende Monotonie hinwegzutäuschen. Ein Fall für die Kältekammer...
3,5 von 10