Seinerzeit hätte wohl kaum jemand für möglich gehalten, wie prägend das „Texas Kettensägenmassaker“ einmal sein würde, denn nach einigen Remakes und Nachfolgern, schlugen zahlreiche Backwood Slasher einen recht ähnlichen Weg ein. Der Chilene Lucio A. Rojas beschreitet eher den Pfad einer Hommage, was wenig Eigenständigkeit durchschimmern lässt.
Fünf Freunde um Ana befinden sich im Hinterland, als die Gruppe bei einer unter Schock stehenden, stark blutenden Frau am Straßenrand halt macht. Kurz darauf werden sie von zwei Männern überwältigt, die düstere Ziele verfolgen…
Allzu viel Sinn ergibt die 1978 angesiedelte Exposition nicht, in der Eltern im Off von Unbekannten erschossen werden, da sie bestimmten Aufforderungen nicht nachkommen. Im Verlauf wird die Szene weder noch einmal aufgegriffen, noch erschließt sich ein Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Treiben, welches ebenfalls eher unzureichend erläutert wird, da die Ziele der Bösen lediglich angedeutet werden.
Bis auf Ana ergeben sich recht austauschbare Individuen und auch die Finsterlinge fallen nicht übermäßig markant aus. Immerhin kommt nach rund zwanzig Minuten bereits ein wenig Fahrt auf und der Terror wird mit leichtem Blutvergießen eingeläutet, was sich im Verlauf noch drastisch steigern wird.
Die Sets sind gut getroffen, denn während draußen eine nachvollziehbare Hitze in der kargen, wüstenähnlichen Landschaft herrscht, fallen die heruntergekommenen Räumlichkeiten angemessen schäbig aus. Der minimale Score, bestehend aus dünnen Synthieflächen und experimentellen Sounds untermauert die beklemmende Grundstimmung treffend und auch die Kamera arbeitet ordentlich und bleibt während der Action ruhig und ordentlich positioniert.
In Sachen Gewalt wird derweil auf Handarbeit gesetzt: Es kommt zu einer Enthauptung, Finger werden abgetrennt, ein Schädel per Stein geplättet, ein Brustkorb offen gelegt und ein Hammer landet auf einer Hand.
Während sich die Effekte in jeder Hinsicht sehen lassen können und Gorehounds speziell in der zweiten Hälfte erfreuen dürften, hinkt die Erzählung gewaltig hinterher und ärgert aufgrund unzähliger dummer Verhaltensweisen auf beiden Seiten. Da werden grandiose Fluchtwege kaum genutzt, Gegenschläge fallen auffallend zögerlich aus, dann werden dumme Prioritäten in prekären Momenten gesetzt und die Bösewichte widersprechen sich hinsichtlich diverser Zielsetzungen. Zwar fällt der Ausgang einigermaßen zufrieden stellend aus, doch Überraschungen oder gar Twists sollte man nicht erwarten.
Insofern liefert „Sendero“ einen durch und durch austauschbaren Beitrag in Sachen Terror, der zwar einige Gewalteinlagen und solide darstellerische Leistungen parat hält, mit seiner minimalen Story ohne erkennbare Kniffe jedoch nur phasenweise Spannung liefert.
Für eingefleischte Fans okay, doch nichts mit erwähnenswertem Nährwert.
Knapp
6 von 10